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Thema: Taliban

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Taliban

    Im fernen Land Afghanistan
    da wohnen sie, die Taliban.
    Sie trinken weder Bier noch Wein
    und essen nicht das Fleisch vom Schwein.

    Die Frauen der Afghanenkerle
    tragen weder Gold noch Perle.
    Ob sie schön sind, weiß kein Mann,
    weil man sie gar nicht sehen kann.

    Der Taliban ist Islamist,
    was etwas ziemlich Übles ist.
    Als Bombenleger hat er's eilig,
    denn der Krieg, der ist ihm heilig.

    Doch nicht nur bei den Afghanen
    gibt es viele Muselmanen.
    Weltweit sie gen Mekka beten,
    nach dem Vorbild des Propheten.

    Eines Tages - es ist wahr! -
    zog es sie nach Amerika.
    Der Teufel, den sie Westen heißen,
    wohnt dort in 'nem Haus, 'nem weißen.

    Und mit Flugzeug und 'nem Knall
    brachten sie New York zu Fall.
    Der Terrorakt war wirklich fies,
    der Lohn jedoch das Paradies.

    Der schlimme Plan führte zum Ziel,
    der Toten gab es schrecklich viel'.
    Der Freiheit selbst - so wurd' geschworen -
    hat der Feind den Krieg erkloren!

    Man sann auf Rache - wutentbrannt! -
    im Lande, das Kolumbus fand.
    Ein Kreuzzug! - schrie man mit Applaus -
    bombt sie aus ihren Höhlen raus!

    An Waffen reich und auch an Listen
    ging man zu den Terroristen.
    Größte Streitmacht des Planeten! ?
    Du wirst sie in den Hintern treten!

    Natürlich gab es böse Zungen,
    die auch vom Kulturkampf sungen.
    Doch das war Verleumdung pur,
    ging es doch um die Freiheit nur.

    Auch Macht und Geld und Ölkontrolle
    spielten im Krieg keine Rolle.
    Auf solch' dunklen Pfaden wandeln?! -
    würd' ein Christenmensch so handeln!

    Im Namen unsrer Menschenrechte
    schlug man des Propheten Knechte.
    Schnell kamen von Allahs Fans
    als Antwort Gift und Pestilenz.

    Und lichterloh die Welt bald brannte,
    weil man kein Erbarmen kannte.
    In dem letzten aller Streite
    kämpfte Gott auf jeder Seite.

    All das ist nun lange her,
    Christenmenschen gibt's nicht mehr.
    Auch die im Korane lasen
    hat der Sturm hinfort geblasen.

    Der Sieger heißt Gerechtigkeit
    und Frieden bis in Ewigkeit.
    Es herrscht Eintracht, kreuz und quer,
    denn Talibane gibt's nicht mehr.


    [Diese Nachricht wurde von Mark am 10. Oktober 2001 editiert.]

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Taliban

    huch,
    es holpert ein bißchen und das Geschmäckle der Bagatellisierung bleibt haften, was immerhin besser ist als jenes von Antrax oder whatsoever. Menschlein, Menschlein gib fein acht und horche auf die Mitternacht - du bist ein zwinkernder Kolumnen-Nostradamus bist du.

  3. #3
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Taliban

    Also, Mark, ich muß doch bitten! Streich mal ein bißchen drin rum, sonst streich' ich.
    Oder soll ich Dich wieder Möppel nennen?

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Taliban

    Okay okay, war wieder einer von diesen blöden Schnellschüssen, die ich witzig finde... - bis ich sie dann im Forum lese. Wird nicht wieder vorkommen, aber zum Streichen hab ich keine Lust, dafür isses zu unliterarisch.

    Und bitte bitte nicht wieder Möppel! Wenn Du mich so nennst, hab ich immer das Gefühl, nach jedem Deiner Beiträge mit dem Schwanz wedeln zu müssen.

  5. #5
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Taliban

    Also, ich glaub, Spaß macht so eine Knittelei. Doch hier? Haftet mir zuviel Zynismus dran. Da ich weiß, wovon ich spreche, red' ich nicht weiter davon.

    Wir sollten öfter knitteln. Es läßt einen Schwieriges leichter verarbeiten.

  6. #6
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    AW: Taliban

    Also Fontane konnte das schon noch ein wenig besser, falls Ihr zufällig die vorletzte ZEIT gelesen habt.

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Taliban

    Gute Politik. Die Deutschen erobern nicht mit Waffen, sie bauen auf. Schutz und Aufbau, das sind die Eckpfeiler unserer Außenpolitik. Ein dickes Lob für Jung.
    Daß das common sense in Deutschland ist, beweist die Einmütigkeit aller Fraktionen im Bundestag.

    Allerdings sollte man langsam einen Plan für den Rückzug aufstellen, ein Datum nennen. Soll man denn ewig dort wachen?

  8. #8
    Gast
    Status: ungeklärt

    AW: Taliban

    Zunächst dachte ich, der Text verdeidigt den rechtmäßigen "Kreuzzug" des Westens. Doch im Verlauf musste ich leider feststellen, dass du ja beide Seiten kritisierst... Schade drum

  9. #9
    Lorenz Sch.
    Status: ungeklärt

    AW: Taliban

    Wollt mit heut Abend mal kurz die Zeit nehmen um das Gedicht von Mark (Taliban) ein wenig zu analysieren.

    Kurz zum Aufbau:

    - besteht aus 15 Strophen
    - zu je 4 Versen
    - durchgehend Paarreim verwendet
    - sehr of werden Gedankenstriche verwendet
    - nixs fett, kursiv oder unterstrichen Geschriebenes

    Sprache:

    - moderne deutsche Sprache wurde gewählt
    - viele Schlagkräftige Wörter wie Taliban wurden benutzt
    - letzen beiden Strophen besitzen einen prolebtischen Charakter
    (Prolepsen^^)
    -teilweise wurden Wörter verkürzt so das sich das Reimschema bei behält

    Inhalt:

    In dem Gedicht geht es, wie schon der Titel andeutet, um die Taliban. Es werden in den ersten 5 Strophen die Taliban beschrieben, wie sie leben, wohnen und essen. Die terroristische Vereinigung die Wahrscheinlich für den Anschlag auf das WTC verantwortlich ist, wird anfangs relativ einseitig beschrieben. Zum Ende hin wird meiner Meinung nach der christliche Kreuzzug etwas verherrlich oder angeprisen.
    Letztendlich musste ich aber feststellen das beide Seiten kritisiert wurden, sowohl die Taliban sowie die Amerikaner.



    GeZ Lorenz S.

  10. #10
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Taliban

    Ordnerpflege:

    erstellt von sueddeutsche.de (Seite inzwischen vom freien Netz genommen): Welche Gruppierungen gibt es innerhalb der Taliban?
    Maass: Es gibt vier Hauptgruppen, die sich teilweise überschneiden. Erst mal gibt es die international operierende Terrororganisation al-Qaida, dann die pakistanisch-kaschmirischen Gruppen, die unter anderem für die Anschläge in Mumbai verantwortlich waren. Die dritte und vierte Gruppe sind die pakistanischen und die afghanischen Taliban. Führer der afghanischen Neo-Taliban ist Mullah Omar.

    ...

  11. #11
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Taliban

    Ob das von Köhler ein Versprecher war, sei dahingestellt. Die Macht der Zwänge wird deutlich. Die BRD muß sich an weltpolitischen Polizeiaktionen beteiligen, will sie integraler Bestandteil des Westens bleiben. Genau an dieser Stelle jedoch darf und muß gefragt werden, ob wir dieses Paradigma nicht einfach kippen sollten. Dann wird ein Einsatz der Bundeswehr in Krisenregionen abusus und wir können das machen, wozu wir (Deutschen) am besten taugen: Friedensarbeit. Denn keiner in diesen Krisenregionen wird in uns Stellvertreter der Amis sehen, sondern das, was wir sind: Helfende. Daß wir Schutztruppen für die Durchsetzung der Aufbauarbeit benötigen, ist ein anderes. Ein drittes ist, ob es überhaqupt an uns sein sollte, in Krisenregionen etwas aufzubauen, BEVOR dort die Möglichkeit zum Aufbau besteht. Sollen wir gewaltsam befrieden? Unsinn. Das hat noch nirgends geklappt.

    erstellt von taz (Seite inzwischen vom freien Netz genommen)

    PR-Hilfe für Köhler

    Köhler wollte nicht sagen, dass die Bundeswehr wegen Exportinteressen in Afghanistan ist. PR-Hilfe ist in Sicht: Diese Woche bekommt der Bundespräsident eine neue Pressesprecherin.

    Bekommt bald mehr Durchblick: Horst Köhler. Foto: reuters
    BERLIN taz Einen kleinen Gruß an Horst Köhler brachte der scheidende Ministerpräsident Hessens, Roland Koch (CDU), in seinem Abschiedsinterview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung unter: "Es hat in der Politik keinen Sinn, immer mit allem, was man sagt, die große Mehrheit der Menschen erfreuen zu wollen. Das ist die Aufgabe des Bundespräsidenten."
    Genau dies ist Bundespräsident Köhler zuletzt nicht gelungen. Etwas mühsam musste das Bundespräsidialamt vor dem Wochenende ein Köhler-Interview ergänzen: Der Zusammenhang von Wirtschaftsinteressen und Bundeswehreinsätzen, von dem der Bundespräsident in einem Interview auf der Rückreise von Afghanistan gesprochen habe, habe sich auf den Antipirateneinsatz vor Somalia bezogen.

  12. #12
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Taliban

    Das waren noch Zeiten, als man die Außenpolitik der BRD loben konnte. Inzwischen sind zig Jahre vergangen und aus dem Aufbauwerk ist reine Besatzung geworden. Mir will es nicht einleuchten, was deutsche Soldaten dort zu suchen haben könnten. Und im Bundestag sind alle, bis auf die "Nazis", damit einverstanden. Auch die LINKEn. Schande!

  13. #13
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Taliban

    Es hat bis heute gedauert - endlich haben die Amis begriffen, daß sie Afghanistan nicht gewaltsam nach ihren Vorstellungen gestalten können. Sie ziehen ab. Die linksgrünen Kriegstreiber meckern. Sie wollen weiters den Krieg in Afghanistan mitführen, nennen es "Unterstützung". Ein Euphemismus für imperialistische Interessenpolitik. Natürlich wird dort itzt kein Frieden einkehren. Aber mit der bisherigen Politik trat auch kein Frieden ein - im Gegenteil, die Fronten schienen sich Jahr für Jahr mehr zu verhärten.

    Ich jedenfalls freue mich über den Abzug und hoffe, daß auch die bundesdeutschen Soldaten schnellstmöglich ihren Weg nach Hause finden. Wir sind nicht der Gendarm der Welt.

  14. #14
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Taliban

    Nun ist es also geschehen: die Taliban haben gewonnen. Das sich abgezeichnet habende Debakel der bundesdeutschen Aktion kündigte sich lange genug an. Nun werden sich die linksgrünen Zeitgeistler darin übertreffen, die in Afghanistan ausgetragenen Konflikte auch in die BRD zu holen. Das nennt sich Flüchtlingsaufnahme. Etliche der bald ins Land geholten Afghanen werden dann mit den nach 2015 ins Land geholten Syrern um den Drogenmarkt kämpfen und ihre Vorstellungen von Recht und Ordnung in den von ihnen bald mehrheitlich bevölkerten Stadtteilen mit Hilfe der Scharia-Polizei auch durchdrücken. Soll keiner in fünf bis zehn Jahren behaupten, man hätte es nicht gewußt. Das heutige Debakel kündigte das Wolkenstein-Forum schon vor zwanzig Jahren und zehn Jahren an, vor zwanzig Jahren satirisch, vor zehn schon realitätsbezogen.
    Maas und Karrenbauer sollten schnellstmöglich zurücktreten; sie haben persönlichen Anteil an dieser Katastrophe, weil sie zwar ein Amt übernommen haben, es aber nicht mit dem Geist und Sachverstand führten, der dazu notwendig gewesen wäre.

    Passend dazu ist folgender Artikel der NZZ: https://www.nzz.ch/meinung/der-ander...mktcval=E-mail

  15. #15
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
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    AW: Taliban

    Dem stimme ich zu - mit der Ergänzung: ein solcher Dilettantismus konnte sich nur aus einem Vakuum heraus entwickeln...für das sich mE Frau Merkel verantwortlich zeigt. Selbst Frau Merkels größte Fans sind inzwischen der Meinung, dass die letzten vier Jahre nicht (mehr) hätten sein müssen. Und wenn selbst die AfD...sprich Herr Gauland sagt, dass man die Unterstützer...die Ortskräfte ohne Wenn und Aber ausfliegen hätte müssen...und zwar nach Deutschland...dann ist das der Todesstoß für unsere Regierung.

    Und ich bin heute mehr denn je der Meinung, dass das Sommermärchen 2006 der Anfang vom Ende war. Eine fatale Selbsteinschätzung einer ganzen Nation.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  16. #16
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
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    AW: Tagesgespräch 2021

    Für mich der bisher beste Beitrag...zum Thema Afghanistan

    mit der Überschrift

    Zitat Spiegelonline

    Ex-Bundeswehrsoldat über die Rettung afghanischer Hilfskräfte»Ich erwarte nichts mehr«

    Im Stich gelassene Ortskräfte, Wut auf die Bundesregierung, seelische Schäden: Im »Spitzengespräch« berichtet Afghanistan-Veteran Christian Taszarek über seinen Einsatz – den er trotzdem noch für richtig hält
    https://www.spiegel.de/ausland/ex-so...5-938a856eec56

    In dem Video sind die Emotionen des Veteranen gut greifbar - und die sagen manchmal mehr als tausend Worte
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  17. #17
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Tagesgespräch 2021

    Ich fasse das Gespräch mal in Teilen zusammen:
    1. Die USA setzten eine Marionettenregierung ein, die korrupt war und keine demokratische Legitimation besaß;
    2. in der afghanischen Armee setzte sich die Korruption fort;
    3. die in der Armee dienenden Soldaten waren der Bodensatz der afghanischen Bevölkerung: ohne Disziplin, Interesse und zudem betrogen von ihren Offizieren, die lieber zur Verfügung gestellten Sprit verkauften, als auszubilden oder Vorbild zu sein;
    4. die Taliban sind hochmotiviert, fleißig und intelligent, sie haben ein Ziel vor den Augen und besitzen die Unterstützung der meisten Afghanen;
    5. die heutige Katastrophe (für den Westen) zeichnete sich schon seit Jahren ab, aber der Westen war nicht in der Lage, entsprechende Änderungen vorzunehmen;
    6. die Überstülpung westlicher Pragmatismen (zielorientiertes Arbeiten, zweckorientierte Auftragserfüllung) auf Afghanistan ist nicht möglich --> Kommentar: Ich frage mich allerdings, warum die Taliban dann so zielgerichtet und gutausgebildet vorgehen konnten;
    7. westliche Demokratievorstellungen sind in Afghanistan nicht mehrheitsfähig; die Leute haben dort eigene Vorstellungen von ihrem Zusammenleben: Frauenrechte oder Minderheitenschutz spielen in der Wahrnehmung der meisten Afghanen keine Rolle;
    8. die bei den westlichen Besatzern arbeitenden Ortskräfte wurden von diesen verraten (1900 von 2500 wurden gerettet und in die BRD geflogen, sagt Außenminister Maas, dem aber von einem ortskundigen deutschen Soldaten widersprochen wird, der von mind. 7500 afghanischen Hilfskräften ausgeht) und müssen nun Todesangst haben, denn die Taliban werden sich rächen wollen;
    9. die Taliban haben einen Crashkurs "20. Jahrhundert" hinsichtlich ihres Auftretens hinter sich (Rache spielt nicht mehr die entscheidende Rolle, vielmehr nutzorientiertes und kluges Handeln, um die politischen Ziele zu erreichen) und sind zu extremen Kurswechseln in der Lage: heute Freund - morgen Feind;
    10. die Bundesregierung sucht Kontakt zur neuen afghanischen Regierung;
    11. der deutsche Einsatz war befohlen und deshalb auch sinnvoll;
    12. der Grundfehler: der gewaltsame Sturz der Taliban 2002 durch Warlords und die USA, die mit den Warlords Anarchie und Mord zur Macht verhalfen, während die Taliban eher für Ordnung und Recht stehen und sich nun durchsetzten;
    13. die Afghanen wollen keine westliche Gesellschaft.

    Konsequenz: Bevor wir (BRD) wieder einmal irgendwo hingehen, um dort unsere Werte durchzusetzen, sollten wir uns fragen, ob das sinnvoll ist und wenn, für wen.


    Der SPIEGEL-Beitrag ist gut.

  18. #18
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Taliban

    Also business as usual. So machen die amis das doch in jedem krieg.

    Hier mal ein beitrag in anderen farben zum thema taliban: https://uncutnews.ch/ob-es-ihnen-gef...-afghanistans/

  19. #19
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
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    AW: Taliban

    Da gibt es wohl nicht nur die eine Wahrheit. Auch der Spiegel-Journalist und Afghanistan-Experte sagte, dass es DIE Taliban so nicht gibt. Da steckt keine einheitliche Ideologie dahinter.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  20. #20
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Taliban

    Doch, schon, AD. Wir bezeichnen als "Taliban" diejenigen, die einen islamischen Staat wollen. Der Islam ist die einheitliche Ideologie und da es im Islam keine Auslegungsdiskussion gibt, nur eine der Präferenzensetzung und der Nachfolge, verbindet alle Taliban eben der dem Islam zugrundeliegende Koran, das Wort des Propheten, das NICHT diskutiert werden darf. Streit unter Moslems entsteht diesbezüglich nur dann, wenn es darum geht, in welcher Intensität das Wort befolgt werden soll. Die Intentionen sind dagegen unumstritten, weil sie wörtlich befolgt werden müssen, man sich diesen unterwerfen muß, um Moslem sein zu dürfen.

  21. #21
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
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    AW: Taliban

    Was ich meinte ist eine hauseigene Ideologie. Nach welchen Regeln die Taliban leben möchten, das unterscheidet sie nicht von den Regeln vieler anderer Gruppierungen auf dieser Welt.
    Wie diese Regeln dann umgesetzt werden, da hängt vom jeweiligen Kommandeur vor Ort ab. Ob das ein 20zigjähriger ist, der sich frisch in Pakistan radikalisiert den Taliban anschließt...oder eben in 50-jähriger, der Dinge etwas gelassener sieht. Schon vor 20 Jahren gab es da kein einheitliches Bild. Die heutigen Taliban haben offensichtlich die Absicht so etwas wie einen "Staat" aufzubauen...weshalb sie ein Interesse daran haben, dass die von den USA eingesetzten Beamten im Amt bleiben.

    Übrigens: der in Kabul auf dem Flughafen angeschossene deutsche Zivilist...der kommt aus Mainz...ist ein eingedeutschter Afghane und war gerade in Afghanistan auf Urlaub. Ich erwähne das deshalb...weil ich hier schon vor Jahren schrieb, dass die nach Deutschland geflüchteten Afghanen regelmäßig Urlaub in ihrer Heimat machen...also in der Gegend...aus der sie geflüchtet sind...und wohin man sie angeblich nicht abschieben kann. Abschieben geht nicht, Urlaub schon...übrigens finanziert vom deutschen Steuerzahler.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  22. #22
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Taliban

    Die völlige Planlosigkeit des Westens wird sich fortsetzen.
    Man versucht die Taliban finanziell auszutrocknen. Die Reserven der afghanischen Notenbank, die bezeichnenderweise in den USA gelagert sind, wurden eingefroren. Ebenso wurden Entwicklungshilfegelder eingefroren.
    Afghanistan wird noch ärmer werden, als es derzeit schon ist. Was einen Ausbau des Drogenhandels zur Folge haben wird und eine Suche nach Geldgebern. In Saudi-Arabien gibt es reiche Leute, die möglicherweise bereit sind Geld abzudrücken, wenn im Gegenzug dafür Dschihadfreundliche Politik gemacht wird.

  23. #23
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
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    AW: Taliban

    Lithium, Kobalt, Uran, Gold...das sind nur einige der nahezu unerschöpflichen Bodenschätze Afghanistans...welche die Taliban nun mit freundlicher Unterstützung der Chinesen lernen abzubauen und zu handeln.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  24. #24
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Taliban

    Von „seltenen erden“ mal ganz zu schweigen. Die sind so selten, dass niemand ein wort darüber verliert, aber so wertvoll, dass gold dagegen anmutet wie sand inner wüste

    Ich habe bspw. Schon vor gut 20 jahren im PM Magazin gelesen, dass der 3. weltkrieg vermutlich um phosphorvorräte geführt wird. Phosphor ist ein spurenelement, von dem der mensch nur ein paar mikrogramm pro jahr benötigt. Aber ohne diese paar mikrogramm kann er nicht überleben. Und wie soll man einem volk verständlich machen, dass ein land wie deutschland wegen ein paar (hundert) gramm phosphor einen krieg vom zaun brechen würde/müßte, um sein überleben zu sichern? Da ist es doch einfacher, den bösen taliban zu dämonisieren und gegen den einen krieg vom zaun zu brechen

    mal ernsthaft: warum sollte ein ziegenhirte vom noshak, der noch nie von seinem berg runtergekommen ist, geschweige denn einen globus oder gar ein anderes land gesehen hat, seine spartanische hütte, seine familie und seine herde verlassen und von seinem berg runtersteigen, in ein kapitalistisches land reisen und dort anschläge zu verüben? Der gemeine kapitalistische und von gier und besitztum besessene mensch mag das nicht nachvollziehen können, aber der ist mit seinem leben total zufrieden!

    rs sei denn, wir zerstören ihm dieses, in dem wir seine familie und seine ziegenherde ermorden und seine heimat zerstören. Dann mag der eine oder andere schon radikalisiert werden. Und so erschafft sich der westen seinen eigenen krieg, der nie zu gewinnen ist, gegen einen imaginären gegner, der nie zu besiegen ist. Ist natürlich ein bombengeschäft (was fürn wortspiel ) für die waffenlobby und die bankiers, die das finanzieren

  25. #25
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
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    AW: Taliban

    Dass wir in Afghanistan nichts verloren haben...das sehen in Deutschland wohl die meisten so. Ich bin der gleichen Meinung wie der Veteran im Spiegel-Interview...dass wir in unserem Denken...wie könnten oder müssten die ganze Welt demokratisieren...etwas naiv sind. Ich würde sagen nicht nur etwas naiv...sondern sehr naiv.

    Die Bodenschätze der Afghanen sind genau die...die wir für unsere Energiewende benötigen. aber nicht nur wir...viele andere Nationen auch. Beim nächsten Weltkrieg wird es vermutlich um solche oder ähnliche Ressourcen gehen....wie zB die auf dem Boden des Nordpolarmeeres...wo Norwegen, Kanada, USA, Russland und ein paar andere Ansprüche erheben. Und andere Experten wiederum sagen...dass der Kampf um das Trinkwasser das Potenzial für einen 3.WK hat. Wie auch immer...es ist sehr unwahrscheinlich...dass es den Menschen in 1000 Jahren noch gibt.

    Aber nochmal zu Afghanistan...da gibt es viele Ziegenhirten, aber auch viele gebildete Menschen. Die 20 Jahre waren nicht umsonst...da bin ich mir sicher - etwas bleibt.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

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