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Thema: 7. Frage: Schwankungen der Ethik

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Question 7. Frage: Schwankungen der Ethik

    7. Darauf basierend, unterliegt unsere Ethik temporären Schwankungen in Quantität und Qualität?

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: 7. Frage: Schwankungen der Ethik

    Ja. Mit vollen Hosen ist gut stinken und in ruhigen Zeiten ist es leicht hohe ethische Werte zu verkörpern. In Krisenzeiten kommt eine andere Ethik zum Zuge.
    Beispiel Triage. Es ist eigentlich verboten Menschenleben gegeneinander abzuwägen; muss aber, wenn die Lage es erfordert, trotzdem gemacht werden.

    https://www.tagesschau.de/inland/cor...dizin-101.html

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post AW: 7. Frage: Schwankungen der Ethik

    Ja, aber das liegt nicht an dem Auf- oder Abklingen des gemeinen Lebensgefühls, vulgo "Krisenzeiten" genannt. Wir leben stets in Krisenzeiten, denn immer steht unser Leben auf dem Spiel. Zuweilen tritt etwas an die Oberfläche, was aber Jahre im Verborgenen weste. Doch das innere Leben ist dem äußeren keineswegs nachzuordnen, beides bildet eine Einheit.

    Die Ethik wird gemeiniglich in zwei Grundbereiche eingeteilt:
    1. Gesinnungsethik und
    2. Verantwortungsethik.

    In unserer Zeit wird die Verantwortungsethik präfigiert. Ich bin Gesinnungsethiker. Der VE würde das Trolley-Problem so lösen, daß er einen/hundert opfert, um zwei/tausendundzwei zu retten. Der GE würde mit dem Argument, nicht Gott spielen zu dürfen, niemanden opfern und die Sache geschehen lassen. Oder würde er sich selber opfern? Nein, auch das nicht, denn er müßte mit dem kI argumentieren, der ja dann letztlich anwenden müßte: Ich kann nicht erwarten, daß mein Opfer, so ehrenrührig es auch sein mag, zu einem allgemeinen Maßstab des Handelns in einer solchen Situation würde.

    Es ist nun keine moderne oder gar postmoderne Eigenart, die darauf schließen lassen könnte, daß sich Ethiken ändern. Im grunde gibt es nur eine Ethik, aber zig Moralen.

    Wie alt der Streit ist, erhellt aus folgenden Disput zwischen dem Romantiker Heinrich Steffens, der in Jena studierte, und Fichte (etwa um 1796):
    Steffens: Eine Wöchnerin ist sehr krank. Von ihr unbemerkt stirbt ihr Kind. Sie fragt nach dem Kinde. - Was soll man der sschwerkranken Frau sagen?
    Fichte: Man soll ihr nicht antworten.
    Steffens: Das bedeutet, daß man ihr mitteilt, ihr Kind sei tot. - ich würde lügen, und ich nenne ganz entschieden diese Lüge eine Wahrheit, meine Wahrheit.
    Fichte: Was? Meine Wahrheit? Es gibt keine Wahrheit, die dem einzelnen Menschen gehört. Stirbt die Frau an der Wahrheit, soll sie sterben.

    An diesem Zwiegespräch sind die Positionen klar verteilt: der Verantwortungsethiker würde die Frau (wahrscheinlich kurzzeitig) mit Hilfe einer Lüge leben lassen. Der Gesinnungsethiker darf nicht lügen. Sein Ausweg hieße schweigen.

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