+ Antworten
Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 26 bis 36 von 36

Thema: Mark Bohn: Steenbeekes Weltformel

  1. #26
    Mitgestalter
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.562
    Renommee-Modifikator
    24

    AW: Naturwissenschaft - der Ordner

    ... Fortan war er ein Star unter den begrenzt Denkenden. ...
    Lieber Robert, vielleicht solltest du selbst mal die Grenzen deines Denkens vermessen .....

    Und vielleicht solltest du mal nachlesen, was die naturwissenschaftliche Methode ausmacht. Die Physiker machen - auf ihr Metier bezogen - keine Aussagen, die nicht potentiell verifizierbar/falsifizierbar sind. Punkt. Das sind die Grenzen der Physik. Kein ernst zu nehmender Physiker wird Aussagen machen darüber, was 'vor' dem Urknall gewesen sei, geschweige denn über den Willen, das Unbewusste, Sprache, Kunst etc. Das ist nicht Materie der Physik. Punkt. Darüber schwadronieren dann die 'Geisteswissenschafter'....

  2. #27
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    6.171
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    31

    AW: Mark Bohn: Steenbeekes Weltformel

    Für Dich muß man Ironie auch dranschreiben, bevor Du sie erkennst, Till! Wenn ein Mann meiner Jahre, der es nicht einmal geschafft hat, einen Doktortiel zu erreichen, einem Nobelpreisträger und seinen Adlaten begrenztes Denken vorwirft, dann kann das nur ironisch gemeint sein. Oder? War Dir das itzt zu viel Selbstironie?

  3. #28
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
    Registriert seit
    8.May 2012
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    302
    Renommee-Modifikator
    11

    AW: Mark Bohn: Steenbeekes Weltformel

    Irgendwie mußte ich jetzt grad an Waldorf und Statler denken

  4. #29
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    2.110
    Renommee-Modifikator
    12

    AW: Mark Bohn: Steenbeekes Weltformel

    Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	freude-ueber-doktortitel-tasse.jpg 
Hits:	97 
Größe:	13,2 KB 
ID:	440 Ich hätte da noch einen Doktortitel übrig...Annalena B. wollte ihn nicht
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  5. #30
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
    Registriert seit
    10.March 2009
    Beiträge
    487
    Renommee-Modifikator
    15

    AW: Mark Bohn: Steenbeekes Weltformel

    Eulenspiegel schrieb:
    Und vielleicht solltest du mal nachlesen, was die naturwissenschaftliche Methode ausmacht. Die Physiker machen - auf ihr Metier bezogen - keine Aussagen, die nicht potentiell verifizierbar/falsifizierbar sind. Punkt. Das sind die Grenzen der Physik. Kein ernst zu nehmender Physiker wird Aussagen machen darüber, was 'vor' dem Urknall gewesen sei, geschweige denn über den Willen, das Unbewusste, Sprache, Kunst etc. Das ist nicht Materie der Physik.
    Aussagen spekulativer Natur machen Physiker durchaus zu dem Thema "Vor dem Urknall". Solange man den spekulativen Charakter nicht unterschlägt, ist dagegen nichts zu sagen.
    https://www.n-tv.de/wissen/Was-war-v...e10724221.html

    Was ist eigentlich potentiell verifizierbar/falsifizierbar? Die Stringtheorien kann man momentan weder beweisen noch widerlegen. Und ob man jemals einen technischen Stand erreicht, der es ermöglicht, diese Theorien einer Prüfung zu unterziehen, steht in den Sternen. Apropos Sterne: Früher hat man gedacht, dass man nie sicheres Wissen über die Bestandteile von Sternen gewinnen könne. Aber als dann die Spektralanalyse entwickelt wurde, stellte man fest, dass das doch geht. Also sollte man Multiversumstheorien, pulsierende Universen und ähnliches nicht sofort für unfalsifizierbar erklären; es könnte immer noch etwas auftauchen, was diese Theorien überprüfbar macht, obwohl das aus heutiger Sicht schwer vorstellbar ist.
    (Verifizieren kann man ohnehin kaum etwas. Jede naturwissenschaftliche Erkenntnis steht unter Vorbehalt zukünftiger Beobachtungen.)

  6. #31
    Mitgestalter
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.562
    Renommee-Modifikator
    24

    AW: Mark Bohn: Steenbeekes Weltformel

    @ aerolith:

    Da hast du jetzt aber elegant die Kurve gekratzt! Soviel Selbstironie hätte ich dir tatsächlich nicht zugetraut.

    @ Streusalzwiese:

    Ich weiß, inzwischen wird auch von vielen Physikern viel spekuliert. Auch da hat das Selbstmarketing inzwischen gegriffen. Doch das ist wissenschaftliche Schaumschlägerei mit wenig Substanz. Wenn man davon ausgeht, dass unser Universum mit dem Urknall seinen Anfang nahm, und damit auch die Naturgesetze, so ist es wissenschaftlicher Unfug zu spekulieren, was davor gewesen sei. Da kann man gleich den lieben Gott ins Spiel bringen. Und das Geschwafel von Multiversen und dgl., selbst die Stringtheorie halte ich - aber wer bin ich schon? - für Unsinn. Ich kann auch behaupten, das ganze Universum sei eine Simulation. So what? Ich kann alles behaupten. Solange es nicht überprüfbar ist, ist es sinnlos, darüber zu spekulieren. Für mich verlorene Lebenszeit.

    Was die Methodik angeht. Es gibt Grenzbereiche, wo der technische Aufwand oder die Möglichkeiten heute nicht ausreichen, vielleicht aber mal erreicht werden können. Solange bleiben die Annahmen halt Hypothese, bis sie überprüft werden können. Sollte es irgendwann mal möglich sein, Aussagen der Stringtheorie zu prüfen, dann bitte sehr. Ich hab nix dagegen. Bei Mulitversen dürfte das noch schwieriger sein. Und ja, im Grunde kann ich nur falsifizieren, das bringt aber meist auch den größten Gewinn, denn wenn ich eine Theorie zum hundertsten Mal verifiziere, bringt das nichts. Wenn aber das Ergebnis eines Experiments der Theorie ganz oder teilweise widerspricht, weiß ich, da stimmt was nicht und werde mich auf die Suche nach dem Fehler machen. Fortschritt in der Naturwissenschaft geht immer nur über Irrtum und Korrektur. Und 100-prozentig kann eine Theorie nie bewiesen - verifiziert - werden, ausser in der Mathematik.

    PS: Die Stringtheorie ist mathematisch wenigstens gut durchdacht und -kalkuliert (sagen die Experten, ich versteh davon nix); Man braucht zwar 11 oder 14 Raumdimensionen für, aber was solls. Im Universum scheint ja genug Platz vorhanden

    PPS: Übrigens, die Idee, dass unser Universum nur das letzte einer (unendlichen?) Reihe von Universen ist, die jeweils von Urknall zu Urknall 'hüpften' (big bounce) ist uralt. Schon in einem populärwissenschaftlichen Buch von Fritz Haber (kennt den noch wer?) aus den 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts fand ich diese Darstellung. Voraussetzung wäre, dass sich das Universum nicht ewig ausdehnt, sondern auch wieder kontrahiert. Dafür gibt es bislang keine Anzeichen.

    PPPS: Übrigens, all diese Grenzbereiche der Physik (Multiversen, Stringtheorie, big bounce etc.) behandelt der gute Josef Gassner in seiner Serie 'Von Aristoteles zur Stringtheorie' (sic!), aber sehr seriös, nicht reisserisch und trotzdem nicht trocken-fad. (Wer glaubt, ich mache Werbung für den Josef, der irrt. Ich find seine Art halt sympathisch und seine Qualifikation superb).
    Geändert von eulenspiegel (31.07.21 um 21:43 Uhr)

  7. #32
    Mitgestalter
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.562
    Renommee-Modifikator
    24

    AW: Mark Bohn: Steenbeekes Weltformel

    Apropos Weltformel

    Der Wunsch nach einer Vereinheitlichung der 4 Grundkräfte der Natur (elektromagn. Kraft, starke und schwache Kernkraft, Gravitation) scheitert bisher an der Gravitation. Sie lässt sich partout nicht mit den anderen 3 zusammenbringen. Auch der Wunsch nach Symmetrie im Teilchenzoo ist bislang unerfüllbar. Es fehlt z. B. das Graviton, von dem keiner weiß, ob es existiert und ob man es je wird nachweisen können. Und so geht es weiter. Beim Urknall muss mehr Materie als Antimaterie entstanden sein, sonst gäb es das ganze Universum gar nicht. Woher diese Unsymmetrie? Woher überhaupt die Annahme, dass alles im Universum symmetrisch, letztlich ein Nullsummenspiel sein soll?

    Die Physikerin Sabine Hossenfelder schreibt und redet dagegen an und hält diese Vorstellung für sehr menschlich und unwissenschaftlich. Ich auch. Sie meint, das käme aus der Mathematisierung der Physik. Das kann sein, spricht aber nicht gegen die Mathematik, sondern deren (Miß-)brauch durch die Physiker. Wie auch immer, es gibt heute schon mehr als eine Weltformel, Formeln die so grundlegend und fundamental sind, dass sie weite Teile des Naturgeschehens abdecken, aber nicht alles: die Schrödingergleichung, die Maxwellgleichungen, die Diracgleichung, E=mc2 usw.

    Ich persönlich glaube nicht an eine Weltformel. Sie ist lediglich ein Marketingschmäh PR-affiner Physiker. Leider hat die Kommerzialisierung auch in der Physik Einzug gehalten. Populärwissenschaftliche Magazine, Bücher und Netzpublikationen, u-tube Videos zum Thema gibt es zuhauf. Und leider mehr Spreu als Weizen. Die irrsten Scharlatane berufen sich bei ihren esoterischen Verirrungen auf die Quantenphysik. Mit Begriffen wie Wellen, Schwingungen, Kräften lässt sich auch trefflich hantieren. Mit Physik hat das nichts zu tun.

    Die Fragen nach der Unsymmetrie der Materie sind natürlich legitim. Daraus gleich ein supersymmetrisches Universum zu basteln, halte ich für übereilt. Solange Quantenphysik und Allg. Relativitätstheorie so ganz und gar unvereinbare Theorien sind, wissen wir, dass wir da noch etwas ganz Fundamentales nicht verstanden haben.

    Ich persönlich habe ein Riesenproblem mit der Quantenphysik. Ich verstehe das Doppelspaltexperiment so überhaupt nicht. Und wer sagt, er verstehe das, der hat gar nix verstanden (ist nicht von mir). Auch Einstein hatte ein Riesenproblem mit manchen Aussagen der QT. Sein legendärer Ausspruch 'Gott würfelt nicht' bezog sich auf die Ablösung des Determinismus der klassischen Physik durch die Wahrscheinlichkeit in der QT. Auch ich tu mir schwer mit der Vorstellung in der Welt des Kleinsten herrsche das Chaos und der Zufall. Doch alle Experimente scheinen dies zu bestätigen. Hier irrte Einstein offensichtlich. Die Wahrscheinlichkeitsrechnung bietet die einzig plausible Erklärung und Beschreibung der Zustände da unten.

    Ich habe auch ein Reisenproblem mit der Relativitätstheorie. Die dort als zentraler Dreh- und Angelpunkt postulierte Raumzeit ist für mich völlig unvorstellbar und instinktiv lehne ich sie ab. Doch alle Messungen und Experimente bestätigen Ensteins Allg. Relativitätstheorie. Wir könnten nicht mal mit unseren Handies telefonieren oder mit den Satelliten kommunizieren, wenn wir nicht die Verbiegung des Raumes durch das Schwerefeld der Erde, die Längendeformationen (Lorentztransformation) bewegter Körper etc. berücksichtigen würden. GPS wäre nach Newtonscher Mechanik so ungenau, dass es unbrauchbar wäre. Also muss ich mich fügen.

    Die Welt scheint im Kleinsten nicht deterministisch, nicht kausal. Raum und Zeit als fixe Größen sind zu einer verbeulten, verformbaren Raumzeit verworden. Zufall und Wahrscheinlichkeit beherrschen die Quantenwelt. Was wir makroskopisch 'sehen', ist nur ein Schatten der Wirklichkeit. Masse, feste Körper sind eine Täuschung. Wellen, Felder, Energie ist alles. Schwer verdaulich, aber physikalisch tausenfach erhärtet durch Experimente, Messungen und Beobachtungen.

    Die Welt ist nicht wie sie scheint, die Sinne trügen. Man darf gespannt sein, was da noch so hervorkommt. Ich werd das leider nicht mehr erleben. Aber das ist auch völlig unwichtig.

  8. #33
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    2.110
    Renommee-Modifikator
    12

    AW: Mark Bohn: Steenbeekes Weltformel

    Man merkt schon, die Physik ist deine Leidenschaft...da kennst Du dich aus. Ich könnte zu den o.g. Themen täglich drei Fachbücher lesen...und würde dennoch kaum etwas verstehen. So faszinierend diese Wissenschaft ist...so tragisch ist sie auch, weil man weiß, dass man nie alles entschlüsseln wird...so sehr man sich auch bemüht. Wissenschaftler, die auf anderen Wissensgebieten tätig sind...die können sich da mehr Hoffnungen machen...bekommen von der Öffentlichkeit auch mehr Applaus...weil man mit den neu gewonnenen Erkenntnissen i.d.R. mehr anfangen kann...als wenn der Astrophysiker irgend so ein Teilchen entdeckt.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  9. #34
    Mitgestalter
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.562
    Renommee-Modifikator
    24

    AW: Mark Bohn: Steenbeekes Weltformel

    Naja, verstehen tu ich auch nicht viel. Viel zu wenig für meinen Geschmack. Die vielleicht beeindruckendste und verblüffendste Erkenntnis ist vielleicht, dass die nüchternste, 'exakteste' aller Naturwissenschaften uns lehrt, dass nichts so ist, wie es aussieht, dass Raum und Zeit mehr oder weniger eine Illusion sind - also so, wie wir sie erfahren und uns vorstellen - dass letztlich alles Energie ist, das All von unvorstellbaren Feldern erfüllt ist, die Basis aller Phänomene sind usw.

    Aber das ist das Tröstliche, man kann all diese Dinge sehr exakt beschreiben mit der Mathematik. Verblüffend, wie sich die Wirklichkeit an mathematische Proportionen und Regeln anschmiegt. Und erstaunlich, dass wir mit unserem Gehirn in der Lage sind, einen Zipfel dieser Wirklichkeit zu ergattern.

    Dass man nie alles ergründen wird, halte ich für ein Glück. Stell dir vor, wir wüssten alles über die Welt. Wie langweilig ....

  10. #35
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    2.110
    Renommee-Modifikator
    12

    AW: Mark Bohn: Steenbeekes Weltformel

    Das stimmt, alles zu wissen...das wäre langweilig.

    Ich sah gestern eine Doku...die sich mit den Waffensystemen befasste...welche die Nazis während des 2.WK entwickelten. Die Physik spielte da eine tragende Rolle. Die Deutschen waren der Welt um zehn, zwanzig, dreißig, oder gar fünfzig Jahre voraus. Und hätte man sich auf das Wesentliche konzentriert...hätten die Deutschen das Blatt nochmal wenden können. Gut, dass es nicht so kam. Die Physiker stellten sich alle brav in den Dienst der Nazis. Ich glaube das ist typisch für Wissenschaftler - die brennen so für ihre Wissenschaft, dass es ihnen fast egal ist...woher das Geld kommt.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  11. #36
    Mitgestalter
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.562
    Renommee-Modifikator
    24

    AW: Mark Bohn: Steenbeekes Weltformel

    Ja, viele Wissenschafter sind blind für die politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen ihrer Arbeit oder karrieregeil oder einfach froh, in Ruhe und ohne Geldsorgen forschen zu können. Das war nicht nur damals so, ist heute auch so. Und gilt auch für Physiker. Die sind auch keine besseren Menschen.

+ Antworten

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •