+ Antworten
Seite 2 von 5 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte
Ergebnis 26 bis 50 von 106

Thema: Kriegstagebuch

  1. #26
    Mitgestalter
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.562
    Renommee-Modifikator
    24

    AW: Kriegstagebuch

    Der ukrainische Aussenminister macht angeblich Druck auf Europa und wirft uns vor, Putins Regime durch unsere Energieimporte finanziert und gestützt zu haben. Abgesehen von den übrigen Vorwürfen aus Ukr, die den Westen unter moralischen und politischen Druck setzen sollen, doch der Ukr militärisch zu Hilfe zu kommen, ist das eine veritable Dreistigkeit! Wer hat denn jahrzehntelang von den Gasimporten profitiert, indem man satte Durchleitungsgebühren kassierte und Gas für Ukr abzweigte?

    Es ist wirklich nur noch irre. Und die Eruopäer sind wie erstarrt. Kaum eine vernünftige Wortmeldung und schon gar keine Handlungen ausser Reflexen = Erhöhung der Rüstungsausgaben, noch mehr Sanktionen. 1914 lässt grüßen.

  2. #27
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
    Registriert seit
    10.March 2009
    Beiträge
    487
    Renommee-Modifikator
    15

    AW: Kriegstagebuch

    Die Bundeswehr bekommt neue Kampfjets. Natürlich welche, die aus den USA stammen. Aus dem Hause Lockheed Martin.

    https://www.zeit.de/politik/deutschl...-jets-militaer
    Die Bundesregierung hat einen Nachfolger für das Kampfflugzeug Tornado: Der F-35-Jet gilt als sehr modern – mit ihm könnte die Luftwaffe US-Atombomben transportieren.
    Diese Maschinen scheinen nicht ganz unproblematisch zu sein.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Lockheed_Martin_F-35
    Im Februar 2021 wurden in US-amerikanischen Medien Äußerungen von Vertretern der Air Force und der Regierung zitiert, welche vom Forbes Magazin als Eingeständnis des Scheiterns des F-35-Projekts gewertet werden.[109] Kritisiert wurden die hohen Kosten für die Anschaffung und den Betrieb sowie die Unzuverlässigkeit der Maschinen. Das Flugzeug, welches als kostengünstiger Ersatz für die F-16 gedacht war, sei durch die lange Entwicklungsphase hindurch immer komplexer und teurer geworden. Letztendlich weise die F-35 all jene Probleme auf, zu deren Lösung sie entwickelt worden sei.

    Laut Air Force Chief of Staff Gen. Charles Brown ist die F-35 „ein Ferrari, mit dem man nicht jeden Tag zur Arbeit fahre, sondern den man nur Sonntags nutze“. Brown verglich die F-35 mit der F-22, deren Bau nach 195 Exemplaren aus Kostengründen eingestellt worden ist. Er legte die Entwicklung eines von Grund auf neuentwickelten Flugzeugs nahe.
    Man gibt viel Geld aus und handelt sich viele Probleme ein.

  3. #28
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    2.110
    Renommee-Modifikator
    11

    AW: Kriegstagebuch

    Ein neuer Sargfighter...wie die einstige F-104...auch unter dem Namen Witwenmacher bekannt.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  4. #29
    Mitgestalter
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.562
    Renommee-Modifikator
    24

    AW: Kriegstagebuch

    Ob die F-35 ihr Geld wert ist, oder nicht, ist mir ziemlich Wurscht. Dass aber eine rot-grüne Regierung 100 Mrd. in Rüstungsschrott steckt, das ist nicht nur ernüchternd, das macht mich ratlos. Wo ist überhaupt noch eine politische Partei, die einen Rest Verstand und Zukunftsfähigkeit besitzt?????????

  5. #30
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
    Registriert seit
    10.March 2009
    Beiträge
    487
    Renommee-Modifikator
    15

    AW: Kriegstagebuch

    Ich denke auch, dass sich Deutschland mit den 100 Milliarden übernimmt.
    Man sollte nicht so freigiebig mit den Militärausgaben sein, weil wir noch die Flüchtlingsproblematik haben. Die Flüchtlinge aus der Ukraine werden wahrscheinlich nicht so schnell in ihr Heimatland zurückkehren können. Dazu kommen noch die Flüchtlinge aus anderen Ländern. Das wird einiges an Geld kosten.

  6. #31
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    2.110
    Renommee-Modifikator
    11

    AW: Kriegstagebuch

    Ob die 100 Milliarden nötig sind...und wie man sie investiert...darüber kann man sich streiten - aber genau das wird nicht gemacht. Solche Summen müssten knallhart verhandelt werden...stattdessen werden sie...von Emotion ge- oder auch ver-leitet...einfach mal so durchgewinkt.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  7. #32
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
    Registriert seit
    8.May 2012
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    303
    Renommee-Modifikator
    11

    AW: Kriegstagebuch

    Geld spielt doch für den staat keine Rolle! Wenn er neues Geld braucht, klickt die bank auf den knopf und auf dem konto der regierung entstehen wieder ein paar milliarden. Ist ja auch kein problem, da der statt dank seiner Bürger/n immer solvent ist.

  8. #33
    Mitgestalter
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.562
    Renommee-Modifikator
    24

    AW: Kriegstagebuch

    Stimmt auch. Komisch nur - oder eigentlich skandalös - dass dieses Wissen um die Geldschöpfungsmacht der Banken in keiner Schule gelehrt wird und die meisten Menschen immer noch glauben, dass die Banken nur das Geld verleihen, über das sie in Form von Einlagen der Kunden verfügen. Dieser Anteil machte bis vor Basel II nur 3% aus, wurde jetzt auf 6% angehoben (!)

    Die Staaten sind im Grunde alle Pyramidenspieler. Das geht nur gut, weil der Steuerzahler unendlich haftbar gemacht werden kann. Ausser im Fall eines totalen Wirtschaftscrash, aber dann werden einfach alle Konten resetted und es geht zurück an den Start .....

  9. #34
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
    Registriert seit
    8.May 2012
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    303
    Renommee-Modifikator
    11

    AW: Kriegstagebuch

    Und da, wo es gelehrt wird, schießt man aus allen rohren dagegen! Irgendwo in sachsen soll sich das mal ein lehrer gewagt haben, seinen kindern die geschichte von fabian dem goldschmied zu zeigen. Da hat sich gleich der zentralrat der juden eingeschaltet und ne antisemitismus-Debatte draus gemacht

  10. #35
    Mitgestalter
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.562
    Renommee-Modifikator
    24

    AW: Kriegstagebuch

    Zwei Dinge haben mich im Zusammenhang mit der Ukraineinvasion durch Putin überrascht, naja, also meine Erwartungen nicht erfüllt. Erstens die Unfähigkeit, Unprofessionalität und Fehleinschätzung der russischen Kriegsherren, ihre Kaltschnäuzigkeit mit der sie ihre Soldaten opfern und insgesamt das Versagen auf allen Ebenen. Aber das sah man ja auch schon in Tschetschenien und Afghanistan. Hat sich also nichts gebessert.

    Zweitens die moderate Reaktion der Nato - soweit ich das überhaupt beurteilen kann. Biden und Co. halten sich militärisch zurück, betonen öffentlich, dass sie keine FV-Zone über Ukr einrichten werden und erst militärisch eingreifen wollen, wenn ein Natomitglied angegriffen wird. Sehr zum Frust von Selenski, den Balten, Polen und vieler Heisssporne in den Kommentarseiten der Medien.

    Auch ein Drittens könnt ich noch anführen. Anfangs hatte ich noch ein gewisses Verständnis für Putins Position. Dieses ist mir völlig abhanden gekommen, nachdem ich Putin nunmehr als Dilettanten, imkompetenten und skrupellosen Psycho einschätze. Naja, vielleicht irre ich mich. Ich laß mich überraschen.

    Viertens halte ich eine Eskalation zu einer Art WK III noch immer für möglich. Etwa zu 50% wahrscheinlich. Ich hoffe, ich irre mich.

  11. #36
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    2.110
    Renommee-Modifikator
    11

    AW: Kriegstagebuch

    Zitat eulenspiegel

    Biden und Co. halten sich militärisch zurück, betonen öffentlich, dass sie keine FV-Zone über Ukr einrichten werden und erst militärisch eingreifen wollen, wenn ein Natomitglied angegriffen wird.
    Das stimmt nicht ganz. Die rote Linie heißt "Einsatz von Chemiewaffen". Wenn ein Nato-Land angegriffen wird, dann MUSS die Nato in den Krieg mit Russland treten...das ist vertraglich so geregelt. Kommen Chemiewaffen zum Einsatz, dann WIRD die Nato in den Krieg eintreten.

    Dass es zu einem 3.WK kommt, das würde ich mit einer Wahrscheinlichkeit von 70% beziffern. Es würde mich eher wundern, käme es nicht zu diesem Krieg...der dann das Ende der Menschheit bedeuten würde.

    Ironie der Geschichte:

    Deutschland hätte bei allen drei Weltkriegen eine zentrale Rolle gespielt...denn der heutige Krieg wurde erst durch unsere Wiedervereinigung ermöglicht.

    Das Gute an einem 3.WK:

    Wir werden es gar nicht mitbekommen. Die russischen Raketen benötigen 5 Minuten...vom Abfeuern bis zum Einschlag in Deutschland. Manche haben die Vorstellung sie könnten sich in Kellern oder sonst wo verstecken. Vergesst es.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  12. #37
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
    Registriert seit
    8.May 2012
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    303
    Renommee-Modifikator
    11

    AW: Kriegstagebuch

    @Eulenspiegel mal ne Frage: worauf basiert Deine einschätzung, Putin wäre unfähig? Weil die Ukrainer behaupten, die Russen hätten x Prozent ihrer Männer verloren? Weil der Westen das so behauptet? Das ist doch aber in jedem Krieg so, dass die Regierungen behaupten, sie wären dem Gegner überlegen. Schon alleine, um die Moral der eigenen Truppen aufrecht zu erhalten. So haben doch schon die Nazis ihre Truppen dazu gebracht, bis aufs letzten Tropfen Blut zu kämpfen.

  13. #38
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    6.165
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    30

    AW: Kriegstagebuch

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen

    Dass es zu einem 3.WK kommt, das würde ich mit einer Wahrscheinlichkeit von 70% beziffern. Es würde mich eher wundern, käme es nicht zu diesem Krieg...der dann das Ende der Menschheit bedeuten würde.

    Ironie der Geschichte:

    Deutschland hätte bei allen drei Weltkriegen eine zentrale Rolle gespielt...denn der heutige Krieg wurde erst durch unsere Wiedervereinigung ermöglicht.
    Du hast schlecht geschlafen?
    Unsere Wiedervereinigung hat mit der itzigen Lage nicht viel zu tun. Die Versäumnisse liegen bei Merkel, die es versäumte, Putins Angebote seinerzeit anzunehmen und Deutschland aus der Westbindung zu lösen. Die Westbindung aber ist ein BRD-Relikt. Eben weil wir das nicht gelöst haben und immer noch Amerikaner mit ihren Atombomben auf unserem Territoritum ertragen sollen, sind wir gefährdet. Diese Grundgefährdung hat sich seit Stationierung der Atombomben in den 1950er Jahren nicht geändert, eben auch nicht durch die Wiedervereinigung. Die Russen ihrerseits haben allerdings ihre Atombomben aus Deutschland abgezogen.

    Eine 70%ige Wahrscheinlichkeit ist nicht gegeben. Wäre das so, würde sich in der BRD alles auf den Kopf stellen.

  14. #39
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    2.110
    Renommee-Modifikator
    11

    AW: Kriegstagebuch

    Ich hatte sehr gut geschlafen und habe u.a. auch deshalb einen klaren Kopf.

    Erst unsere Wiedervereinigung ermöglichte die Verschiebung der Koordinaten. Ohne unsere WV wäre eine EU - und Ost-Erweiterung nicht möglich gewesen. Ein Beitritt der Ukraine hätte gar nicht zur Debatte stehen können.

    Schon seit Jahren schreibe ich...dass die EU...einst als Friedensprojekt ins Leben gerufen...die größte Gefahr für den Frieden ist. Spätestens seit Alexander der Große wissen wir, dass ein Ungleichgewicht der Kräfte zwangsläufig zu Konflikten führt. Es wird immer "nur" von der Nato-Osterweiterung gesprochen...doch die war nur im Windschatten der EU-Osterweiterung überhaupt erst möglich.

    Ohne EU würden wir heute immer noch in Frieden leben.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  15. #40
    Mitgestalter
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.562
    Renommee-Modifikator
    24

    AW: Kriegstagebuch

    @Wirbel:
    Meine Einschätzung beruht natürlich nur auf meinem Wissensstand und der wiederum ist eine Quersumme aus den Medien, die ich konsumiere. Dass sich Putin stark verschätzt hat, entnehme ich der Tatsache, dass nach über 3 Wochen Krieg, die Russen seit 2 Wochen keinen Kilometer Gebietsgewinn erlangt haben, dass sie den Widerstand der Ukrainer total unterschätzt haben und dass die Moral und Ausrüstung/Nachschub der russ. Truppen wohl sehr zu wünschen übrig lassen. Ich denke mal, Putin hat sich entweder von unterthänigen und ihm nach dem Mund redenden Stabsoffizieren täuschen lassen - was nicht für seine Intelligenz und Führungsqualitäten spricht, oder er hört nicht auf andere und drückt sein Ding mit Gewalt durch, egal, was es kostet - dann ist er erst recht unfähig für seinen Job.


    @ad:

    Inzwischen glaub ich auch, dass die EU - samt Euro und Osterweiterung - massiv an der derzeitigen verfahrenen Lage mitverantwortlich sind. Sie hat - und hier vor allem Merkel - verabsäumt, nach der Wiedervereinigung die Verständigung und Kooperation mit Russland zu suchen. Eine Äquidistanz zu Rus und USA wäre für die EU und für ganz Europa und Russland wohl das geeignete Mittel gewesen, Frieden zu schaffen. Stattdessen hat man sich den USA an die Brust geworfen und ist nur verlängerter Arm der Denktankstellen und Militärs der USA.

  16. #41
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    2.110
    Renommee-Modifikator
    11

    AW: Kriegstagebuch

    Man sollte sich fragen, warum es Putin überhaupt gibt.


    Putin wurde einst nicht in sein Amt gewählt - er war ein Nachrücker. Putin wurde sozusagen installiert. Die Leute, die das arrangierten...waren entsetzt von Gorbatschows und Jelzins Öffnungspolitik. Sie sahen ihre Felle und das Fell Russlands davonschwimmen...suchten nach einem Gegenentwurf zu Gorbatschow und Jelzin. Putin passte ins Profil...lehnte das Amt des Präsidenten aber entschieden ab - er hatte diesbezüglich überhaupt keine Ambitionen. Man musste ihn quasi ins Amt prügeln. Das alles ist dokumentiert, verbrieft...eine historische Wahrheit. Putin fand allerdings relativ schnell Gefallen an der Fülle an Macht. Diese Macht nutzte er, um sich die Taschen vollzustopfen. Und jeder Oligarch, der ihm im Wege stand, der wurde weggesperrt und enteignet.

    Ich möchte damit sagen, dass Putin mit seinen Allmachtsfantasien kein Einzelkämpfer ist...so wie man das im Westen gerne glauben mag...als würden mit Putin auch alle Probleme verschwinden. Der Westen fixierte sich zu sehr alleine auf die Person Putin...macht er ja auch heute noch. Dass Russland auch unabhängig von der Person Putin mit der geopolitischen Entwicklung nicht einverstanden sein könnte...das hatte man gar nicht auf dem Schirm.

    In den Medien und Foren wird viel über Schuld, Recht und Gerechtigkeit geredet...als wären die Gerichte für solche Fragen zuständig. Die Menschen sind entsetzt, dass Putin lügt und betrügt. Da frage ich...wie naiv muss man sein, um zu glauben...dass es auch anders sein könnte und müsste?!?

    Es geht nicht darum...wer im Recht ist...es kann einzig alleine nur darum gehen, wie wir solche Konflikte beenden und in der Zukunft vermeiden können.

    Versuchen...Putin zu verstehen...heißt nicht unbedingt auch, dass man Verständnis für Putin hat. Es macht Sinn seinen Feind verstehen zu wollen...denn nur wenn ich lerne ihn zu verstehen...weiß ich, wie ich ihm begegnen muss.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  17. #42
    Mitgestalter
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.562
    Renommee-Modifikator
    24

    AW: Kriegstagebuch

    Also ich sehe - vor allem im Westen, also EUSA und Satellitenstaaten - eine gewisse Infantilisierung und gleichzeitig moralische Radikalisierung der Politik. Alles, was nicht unseren 'Werten' entspricht, sich diesen nicht unterwirft, wird als undemokratisch, vordemokratisch, primitiv oder extremistisch diffamiert und denunziert. Diese gefährliche Mischung aus 'gutgemeintem Werteimperialismus' und naiver Heile-Welt-Utopie blendet die Realität aus. Und die ist einfach auf Macht, Einfluß und Gier und einem natürlichen Sicherheitsbedürfnis gebaut. Was heisst das jetzt in Bezug auf Putin und Russland?

    Das heisst, dass man 'den Russen' traditionell und in ungebrocherner Kontinuität seit Kaisers Zeiten, über das 3. Reich bis heute als Gefahr, als Untermenschen und als nicht zu uns gehörig ansieht. Wenn nicht bewusst, so unbewusst, was ja noch viel nachhaltiger und schwerer zu erkennen ist. Deshalb hat man auch versäumt, den Russen - ja, so sieht man sie, als eindimensional, singular, primitiv und gefährlich - nach 1989 als Partner zu sehen und die ausgestreckte Hand zu ergreifen. Ich bin wahrlich kein Freund von Schröder, aber dass er nur deshalb gecancelled wird, weil er ein gutes Verhältnis zu Putin und Russland pflegt, das ist entlarvend und bestätigt meine Ansicht. Wäre er bei einem US-Konzern im Sold, der im Irak, in Afghanistan oder sonstwo in der Welt schmutzige Geschäfte machte, würde kein Hahn danach krähen. Diese Doppelmoral, dieses double-speak ist gang und gäbe und überall verbreitet. Und die Leute merken das gar nicht. So werden sie schon sozialisiert.

    Ich sage nicht, dass das in Russland oder China besser sei, doch wenn wir schon auf unsere Werte dauernd referieren, dann sollte uns doch klar sein, dass wir keinen Deut besser sind als die, die wir verachten. Im Gegenteil, wir sind viel verlogener oben drauf. Der Chines und der Russ moralisiert weniger und handelt rationaler.

    Die jüngsten Ausfälle Bidens gegen Putin bilden den passenden Hintergrund zur Tragödie, den Chor sozusagen. Ich kann mich nicht an vergleichbare Ausfälle Putins gegenüber Biden erinnern. Ist das Stärke oder Schwäche? Es ist jedenfalls eine Schraubendrehung mehr im Propagandakrieg und rückt uns einer endgültigen Eskalation zum WK näher. Die Antwort Russlands stimmt leider. In punkto Kriegsverbrechen stehen die USA den Russen um nichts nach. Im Gegenteil.

  18. #43
    Mitgestalter
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.562
    Renommee-Modifikator
    24

    AW: Kriegstagebuch


  19. #44
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
    Registriert seit
    10.March 2009
    Beiträge
    487
    Renommee-Modifikator
    15

    AW: Kriegstagebuch

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen
    Zitat aus dem Link:
    Worin sehen Sie das Ziel?
    Es ist sicher nicht gegen die ukrainische Bevölkerung gerichtet.
    Anfangs wollte Russland bevölkerungsschonend vorgehen. Aber Häuserkampf und Rücksichtnahme schließen sich aus. Der Kampf wird immer brutaler werden.

    (@Eule: Dein Postfach ist voll. Ich kann Dir keine Nachricht schicken.)

  20. #45
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    6.165
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    30

    AW: Kriegstagebuch

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen
    Also ich sehe - vor allem im Westen, also EUSA und Satellitenstaaten - eine gewisse Infantilisierung und gleichzeitig moralische Radikalisierung der Politik. Alles, was nicht unseren 'Werten' entspricht, sich diesen nicht unterwirft, wird als undemokratisch, vordemokratisch, primitiv oder extremistisch diffamiert und denunziert. Diese gefährliche Mischung aus 'gutgemeintem Werteimperialismus' und naiver Heile-Welt-Utopie blendet die Realität aus. Und die ist einfach auf Macht, Einfluß und Gier und einem natürlichen Sicherheitsbedürfnis gebaut. Was heisst das jetzt in Bezug auf Putin und Russland?

    Das heisst, dass man 'den Russen' traditionell und in ungebrocherner Kontinuität seit Kaisers Zeiten, über das 3. Reich bis heute als Gefahr, als Untermenschen und als nicht zu uns gehörig ansieht. Wenn nicht bewusst, so unbewusst, was ja noch viel nachhaltiger und schwerer zu erkennen ist. Deshalb hat man auch versäumt, den Russen - ja, so sieht man sie, als eindimensional, singular, primitiv und gefährlich - nach 1989 als Partner zu sehen und die ausgestreckte Hand zu ergreifen. Ich bin wahrlich kein Freund von Schröder, aber dass er nur deshalb gecancelled wird, weil er ein gutes Verhältnis zu Putin und Russland pflegt, das ist entlarvend und bestätigt meine Ansicht. Wäre er bei einem US-Konzern im Sold, der im Irak, in Afghanistan oder sonstwo in der Welt schmutzige Geschäfte machte, würde kein Hahn danach krähen. Diese Doppelmoral, dieses double-speak ist gang und gäbe und überall verbreitet. Und die Leute merken das gar nicht. So werden sie schon sozialisiert.

    Ich sage nicht, dass das in Russland oder China besser sei, doch wenn wir schon auf unsere Werte dauernd referieren, dann sollte uns doch klar sein, dass wir keinen Deut besser sind als die, die wir verachten. Im Gegenteil, wir sind viel verlogener oben drauf. Der Chines und der Russ moralisiert weniger und handelt rationaler.

    Die jüngsten Ausfälle Bidens gegen Putin bilden den passenden Hintergrund zur Tragödie, den Chor sozusagen. Ich kann mich nicht an vergleichbare Ausfälle Putins gegenüber Biden erinnern. Ist das Stärke oder Schwäche? Es ist jedenfalls eine Schraubendrehung mehr im Propagandakrieg und rückt uns einer endgültigen Eskalation zum WK näher. Die Antwort Russlands stimmt leider. In punkto Kriegsverbrechen stehen die USA den Russen um nichts nach. Im Gegenteil.
    Ja, der Blick wird dogmatischer. Baerbock sprach auch vom WIR gegen SIE, wobei sie völlig ausblendet, daß in der Ukraine jahrelang ein Krieg gegen Teile des eigenen Volkes geführt wurde, unterstützt von der Regierung. Und dann dieses Messen mit zweierlei Maß: gute Tote und schlechte Tote. Kinder und Frauen sind die Opfer, aber nur, wenn es ukrainische Frauen und Kinder sind. Werden russische Zivilisten getötet, wird das nicht einmal erwähnt. Waffen schicken, um den Krieg auszudehnen? Die Zivilisten mit Waffen ausrüsten und in den Häuserkampf gegen reguläre Trippen schicken, dann noch Söldner ins Land holen uind in ihrem martialischen Getue unterstützen. Die stellen ihre Waffen in Wohngebäude und jammern dann herum, wenn sie angegriffen werden. Der polnische Politiker fordert eine Friedensmission der NATO in die Ukraine, also den Weltkrieg. Ein estnischer Politiker fordert was ähnliches. Klar, die erinenrn sich an die Russen von 1940. Aber das sind so Sachen.

  21. #46
    Mitgestalter
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.562
    Renommee-Modifikator
    24

    AW: Kriegstagebuch

    Ich führe gerade eine intensive Diskussion mit meinem Jüngeren über den Ukrainekrieg. Wir gehen bis an die Grenze des Erträglichen. Er ist, obwohl sonst sehr kritisch, politisch unverdächtig, sprich keinem politischen Lager (links, rechts, schwarz, rot, grün, blau, braun ...) eindeutig zuordenbar, eben ein Kind seiner Zeit, Generation Y, Millennial, - er steht zu 100% auf dem Boden der gängigen Deutungserzählung. Putin ist böse, die Russen gefährlich, aggressiv, korrupt .... bla, bla. Obwohl er fast Pazifist ist, hält er den Abwehrkampf Selenskis für absolut gerechtfertigt, auch die Waffenlieferungen des Westens an die Ukr und selbst die USA in diesem Fall für die Guten.

    Keine differenzierte Sicht - das wäre böser whataboutism -, keine historische Betrachtung der Entwicklung seit 1990, geschweige denn 1945 ....

    Die Propaganda des Westens hat - bis auf die ganz rechte Szene - alle vergattert, es gibt öffentlich nur noch eine Deutung, ein Narrativ, wie es heute so schön heisst. Das macht mich sehr, sehr misstrauisch. Wenn das nur nicht den Weg wie 1914 geht.

  22. #47
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    6.165
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    30

    AW: Kriegstagebuch

    Unglaublich einseitige Propaganda im ÖR. Da wird im Brustton moralischer Überzeugung der dritte Weltkrieg gefordert. Waffen sollen in das Krisengebiet geschickt werden, nicht zu knapp, Putin ist Hitler, wer jetzt nicht antwortet, der ist schuld am Krieg... Ganz bösartige Kriegsrhetorik ohne jede Ruhe.

    Die Jugend, Till, ist nicht so. Es gibt viele, die das differenziert sehen. Die Jugend hat aber auch das Recht auf Fehler. Kein Recht auf Fehler aber haben die politisch und medial Verantwortlichen, die einseitig ins Kriegshorn stoßen.

  23. #48
    Mitgestalter
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.562
    Renommee-Modifikator
    24

    AW: Kriegstagebuch

    Die Jungen sind sehr ok., aber völlig naiv, unbedarft und kritisch nur nach einer Seite. Auf einem Auge und einem Ohr blind und taub. Und geschichtlich völlig unbedarft bzw. einseitig informiert. Total im Strich gekämmt und gebürstet. Sowas von brav und ahnungslos, dass einem Angst und Bange werden kann.

    Selenski ist ein genialer Kommunikator. Ihm traue ich zu, den Westen noch in die aktive Kriegsdynamik hineinzuziehen. Er und seine Informationsmaschine bringen dauernd schreckliche Bilder, Blut, verwundete Zivilisten, fliehende Kinder und alte Frauen etc. etc. Ist ja schlimm, aber Krieg ist Krieg und bis jetzt gibt es keine unabhängigen Belege für absichtliche Bomben auf Zivilisten oder zivile Einrichtungen. Auch die Opferzahlen beider Seiten, die Kiev nennt, sind alles andere als glaubwürdig .

    Sah man ähnliche Bilder aus dem Irak, aus Afghanistan, aus Syrien, sofern sie Aktionen der westlichen Allianzen betrafen? Was sieht man aus Jemen, Mali? Überall westliche Truppen oder ihre Alliierten am Werk. Kaum Berichte, kaum Bilder. Diese totale Gehirnwäsche und selektive 'Information', die fast alle nennenswerten Medien liefern, ist beängstigend. Dieser Krieg hat noch Potential. Mir graut davor.

  24. #49
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    2.110
    Renommee-Modifikator
    11

    AW: Kriegstagebuch

    Zitat eulenspiegel

    Sah man ähnliche Bilder aus dem Irak, aus Afghanistan, aus Syrien, sofern sie Aktionen der westlichen Allianzen betrafen? Was sieht man aus Jemen, Mali?
    "Pool-Prinzip"...so nannte man die US-Medienstrategie während des 2. Golfkrieges.

    Auserwählte (linientreue) Journalisten wurden an auserwählte Orte geführt...um von dort zu berichten. Wer glaubt, die Wahrheit wäre das oberste Gebot eines Krieges, der ist sowieso nicht mehr zu retten. Die Wahrheit ist immer das erste Opfer.

    Den "Jungen" kann man keinen Vorwurf machen...sie sind in Watte eingepackt aufgewachsen. Ist ja kein Zufall, dass solche Begriffe wie "Helikoptereltern" erst in den letzten 20 Jahren aufkamen. Die Kinder dieser Eltern und ihre Eltern selbst sind ohne Krisen und Konflikte aufgewachsen. Noch nicht mal den Alltag mussten die bewältigen.

    Wie kam es dazu? Meine These: bis Ende der 80er war es üblich...oder zumindest möglich, dass man noch während seiner Lehre zu Hause auszog. Mit seinem Ausbildungsgehalt konnte man sich eine Wohnung leisten, sich mit Nahrung versorgen und ein Auto unterhalten. Also wer wollte, der konnte sich von seinen Eltern unabhängig machen.

    Heute ist es so, dass die einen das nicht können und die anderen (Studierende) es nicht wollen. Es ist heute quasi nicht mehr möglich...sich schon während der Ausbildung unabhängig zu machen. Das Geld reicht noch nicht mal für eine kleine Wohnung...und schon gar nicht in urbanen Gegenden. Es fehlt dadurch an Emanzipation...den Treibstoff des Aufbruchs und der Erneuerung. Indiz: wir entwickeln uns zu einer Retro-Gesellschaft...sieht man schon am Fernsehprogram. Das muss man unabhängig vom jetzigen Krieg betrachten...denn in Krisenzeiten ist es normal, dass sich die Menschen zum Konservatismus hingezogen fühlen.

    Heute ist es Putin, der den Frieden und unsere Freiheit gefährdet...morgen sind wir es selbst...ist es der soziale Unfrieden...der uns ins Chaos stürzen wird...wenn wir nicht rechtzeitig gegensteuern. Die heutige Jugend lebt alleine vom Erbe ihrer Eltern...eigentlich von dem der Großeltern...der morgigen wird dies auch noch gelingen...aber übermorgen wird damit Schluss sein. Drum mache ich immer wieder darauf aufmerksam...dass man sich die DAX-Unternehmen anschauen sollte. Diese Unternehmen stehen exemplarisch für unseren Wohlstand - die heutige und die letzte Generation sind dort nicht vertreten...es kommt nichts nach...wir bluten aus. Und wenn Deutschland ausblutet...dann auch ganz Westeuropa...und wenn Westeuropa ausblutet...dann erleben wird den nächsten Krieg.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  25. #50
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
    Registriert seit
    10.March 2009
    Beiträge
    487
    Renommee-Modifikator
    15

    AW: Kriegstagebuch

    https://www.spiegel.de/ausland/ukrai...6-eb405e849435


    Wenn es zu einem Treffen Putin - Selenshyj käme - wie würde das Ablaufen? Wahrscheinlich ohne Handschlag und ohne Kontakt. Wahrscheinlich würden sich die beiden nicht mal im selben Raum aufhalten. Wenn doch, dann wäre ich nicht überrascht, wenn einer oder beide kurz nach dem Treffen schwer erkranken. Das hört sich nach Verschwörungstheorie an, aber man sollte in der Sache auch Angriffe auf höchster Ebene für möglich halten. Die CIA würde Selenshyj in der Angelegenheit sicher gerne beraten.

+ Antworten

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •