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Thema: Kriegstagebuch

  1. #76
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    AW: Kriegstagebuch

    @ad: Ich fürchte mich nicht. Und ich glaube, in einem atomaren Schlagabtausch ist es ziemlich egal, ob du in Kassel, Klagenfurt oder Bratislava sitzt ...... Grenzen haben dann keine Bedeutung mehr.

    Was ich jetzt über angebliche Massaker an Ukrainern lese, ist natürlich furchtbar. Ich bin ratlos. Solche Tötungsexzesse sind inakzeptabel, egal warum, wo, wann und von wem begangen. Das Blöde ist, dass das jetzt medial voll ausgeschlachtet wird, alles andere überdeckt, ausblendet und es keine Differenzierung mehr gibt. Die Ukrainer haben jetzt card blanche, die können tun und lassen, was sie wollen, die haben Persilschein forever und Generalamnestie. Vollkommen unter den Tisch fallen die Verbrechen ukrainischer Kämpfer an Russen, berechtigte Interessen Russlands, weggewischt sind all die Provokationen des Westens, kein Thema sind zukunftsorientierte, tragfähige Lösungen. Putin ist endgültig der Teufel, die Russen Barbaren forever, 'WIR' sind die Guten in Ewigkeit Amen.

    *Kotz*

    Ich glaub, ich muß mich heute besaufen.

  2. #77
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    AW: Kriegstagebuch

    Der Krieg in der Ukraine ist inakzeptabel. Trotz aller Fehler des Westens in der Vergangenheit und Gegenwart. Putin ist den USA in die Falle gegangen. Die reiben sich die schmutzigen Händchen angesichts der Bilder aus Butscha. Und die sind wirklich schlimm, unerträglich.

    Ich wünschte mir eine unabhängige Untersuchung des Falls. So, wie es jetzt läuft, werden diese armen Toten propagandistisch geschändet und missbraucht.

    Wohl nie geklärt werden wird:

    - Wer sind die Toten?
    - Wer hat sie getötet?
    - Wie kam es dazu?
    - Warum haben sie die Russen zurückgelassen, auf dem Präsentierteller quasi, wenn sie für dieses Massaker verantwortlich sind?

    Für die Ukr sind sie ein propagandistischer Glücksfall. Für den Westen der Endsieg auf dem moralischen Schlachtfeld. Ich würde gern die Wahrheit wissen.

  3. #78
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
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    AW: Kriegstagebuch

    Zitat eulenspiegel

    - Warum haben sie die Russen zurückgelassen, auf dem Präsentierteller quasi, wenn sie für dieses Massaker verantwortlich sind?
    Um den Willen der Zivilbevölkerung zu brechen. In jeder Stadt...in jedem Dorf...wo die Russen fortan einmarschieren...werden die Leute Angst haben, dass ihnen gleiches widerfährt. Wir kennen das von Hamburg, Dresden und vielen andere deutschen Städten...wo die Alliierten mit dem gleichen Ziel die Bevölkerung bombardierten.

    Indiz...das auf einen langen Krieg hindeutet:

    Die Russen haben bisher nur Panzer aus den 60er Jahren in die Schlacht geworfen...also uraltes Kriegsgerät. Den Stolz der russischen Armee, den Panzer T-14, hat man noch nicht eingesetzt. Dieser Panzer ist am Boden unbesiegbar...kann nur aus der Luft bekämpft werden. Das deutet darauf hin, dass sich die Russen diesen Panzer für den Häuserkampf aufsparen...weil ein Häuserkampf nicht aus der Luft unterstützt werden kann. Die Russen hatten den Häuserkampf also von Anfang an geplant. Man wartet...bis die Luftwaffe der Ukraine ausgeschaltet ist, dann marschiert man mit dem T14 ein.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  4. #79
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Kriegstagebuch

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    Die Russen haben bisher nur Panzer aus den 60er Jahren in die Schlacht geworfen...also uraltes Kriegsgerät. Den Stolz der russischen Armee, den Panzer T-14, hat man noch nicht eingesetzt. Dieser Panzer ist am Boden unbesiegbar...kann nur aus der Luft bekämpft werden. Das deutet darauf hin, dass sich die Russen diesen Panzer für den Häuserkampf aufsparen...weil ein Häuserkampf nicht aus der Luft unterstützt werden kann. Die Russen hatten den Häuserkampf also von Anfang an geplant. Man wartet...bis die Luftwaffe der Ukraine ausgeschaltet ist, dann marschiert man mit dem T14 ein.
    Vielleicht ist der T14 auch nicht so gut wie behauptet wird. In Mariupol gibt es ja Häuserkämpfe ohne dass er eingesetzt würde.
    Die berüchtigten Hyperschallwaffen kamen auch nur zwei Mal zum Einsatz. Es könnte sein, dass diese dann doch nicht so toll sind.
    Es läuft sicher nicht nach Plan für die Russen. Geplant war ein wesentlich kürzerer Krieg mit wesentlich weniger Gefallenen.

  5. #80
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    AW: Kriegstagebuch

    Möglich, glaube ich aber weniger. Aber selbst wenn...die Russen haben noch nicht mal die Vorgänger, T90 + T72,...sondern nur 60er Modelle eingesetzt. Sah neulich eine Reportage zum T14. Als er der Welt vorgestellt wurde, versetzte das die Nato in Panik. Allerdings weiß niemand so recht...wie viele dieser Panzer die Russen bereits in ihrem Besitz haben. Wir werden es vielleicht noch erfahren. Zu einem bevorstehenden Häuserkampf passt auf das Verbrechen in Butscha. Es könnte eine Warnung an die Bevölkerung der Ukraine sein...ihre Häuser zu verlassen, sodass die Armee kein Schutzschild mehr hat und den russischen Panzern ausgeliefert ist.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  6. #81
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Kriegstagebuch

    Nein, die Russen haben diese Leichen (wahrscheinlich) nicht zurückgelassen. Drei Gründe sprechen dagegen:

    1. Wenn es ihnen um das Brechen der Moral des Gegners gehen würde, gingen sie ganz anders vor. Es gäbe weitaus mehr zivile Opfer. Es gibt aber weitaus mehr russische Soldatentote als zivile Opfer. Die Russen sind also nicht an einem Kampf gegen die Zivilbevölkerung interessiert, sonst würden sie so vorgehen, wie das die Amerikaner/Briten im Zweiten Weltkrieg gegen uns und später in Vietnam oder dem Irak gemacht haben: erst alles plattbomben (zivile Opfer egal), dann reingehen und mit der Infanterie jeden Widerstand brechen.
    2. Putin betrachtet die Ukrainer nicht als Feinde, sondern die vom Westen installierte Regierung und die von dieser aufgeputschte nationalistische Schickeria. Er betont immer wieder, daß es nur um die Zerstörung der militärischen Infrastruktur ginge. Würde es gegen die Zivilbevölkerung gehen, hätten die Russen schon längst Schläge gegen die zivile Infrastruktur geführt (Wasserwerke, E-Werke, Warenlager mit Nahrung etc.). Das haben sie nicht.
    3. Die Russen sind Mittwoch letzter Woche aus der Umgebung von Kiew abgezogen. Die Leichen tauchten erst am Freitag oder Sonnabend auf. - Für die These, daß es die Russen gewesen sind, spricht ihr Vorgehen in Tschetschenien und Syrien. Dort nahmen sie auf die Zivilbevölkerung wenig Rücksicht. Doch in der Ukraine ist das anders. Sie gehen brutal gegen das Asow-Bataillon vor, aber sonst... Das ganze Vorgehen in diesem Feldzug wirkt auf mich beinahe wie mit dem Stilett: ein klassischer Angriffsplan mit Verwirrung des Gegners, Scheinrückzug und Neusammlung, Strategiewechsel mitten im Angriff... Ich bin kein Militärhistoriker, aber das ist doch so offensichtlich, was da passiert.

    Das Argument mit dem Superpanzer ist ein Scheinargument. Sie werden nicht nach Kiew gehen, um dort Häuserkampf zu machen. Das ist einfach nicht nötig, um die ausgegebenen Ziele zu erreichen. Die einzig spannende Frage in diesem Krieg ist nur, ob es einen Angriff auf Odessa gibt. Ich hoffe, nicht.

    Die spannenden Fragen werden erst nach dem Krieg beantwortet werden: Nachkriegsordnung, Rückzug, Reaktion des Westens nach der Niederlage, wirtschaftliche Entwicklung in Europa und Rußland...

  7. #82
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    AW: Kriegstagebuch

    Also ich hab keine Ahnung, was die Russen vorhaben und wie es weiter geht. Falls es sich bei den Toten von Butscha tatsächlich um Opfer eines russischen Massakers handelt, dann agieren Putin und Co tatsächlich wie eine Großmacht. Nach dem Motto, eine Großmacht bedient nur ihre Interessen, was die Welt denkt, ist ihr egal. Oder sie handeln nach Wilhelm Busch, ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's völlig ungeniert. Sie schätzen wohl völlig richtig, egal, was wir tun, wir werden ohnehin sanktioniert und verurteilt. Was natürlich keine Entschuldigung für Kriegsverbrechen sein kann.
    Lawrow sprach von einer Inszenierung. Das traue ich Selenski zu. Alles ist möglich, auch der Exzess einer Einheit vor Ort. Nachdem die Russen aus Kiew raus sind, werden wir die Wahrheit wohl nie erfahren, sondern nur die Wahrheit von Selenski und seiner Verbündeten.

  8. #83
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Kriegstagebuch

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen
    Der Krieg in der Ukraine ist inakzeptabel. Trotz aller Fehler des Westens in der Vergangenheit und Gegenwart. Putin ist den USA in die Falle gegangen.
    ich bin mir ehrlich gesagt noch nicht sicher, ob es nicht vll anders herum ist. Ich bin mir aber recht sicher, dass die Wirklichkeit ganz anders ausschaut. Die Frage ist für mich eher: werden wir diese jemals erfahren???

  9. #84
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    AW: Kriegstagebuch

    Die Wirklichkeit, also die reale, alltägliche, nicht die ideale, metaphysische, diese ganz banale Wirklichkeit kann ich nur erfahren, wenn ich als Subjekt direkt mit meinen Sinnen wahrnehme. Und zwar die Tatsachen und nicht die Berichte von Tatsachen. Im Falle der Leichenfunde von Butscha - schon der Begriff Masssaker wäre ein Vor-Urteil - bin ich auf Berichte, Bilder und massive subjektive Einschätzungen anderer angewiesen. Angenommen, diese Leichenfunde gibt es tatsächlich, stellen sich viele Fragen. Wer sind die Toten, wer hat sie getötet, wie kamen sie dorthin, wo sie gefunden wurden, warum wurden sie getötet, wann wurden sie getötet, wo wurden sie getötet usw. usw.

    Für die westlichen mainstream-/ÖR-/Qualitätsmedien ist alles klar: russische Armeeangehörige sind für das 'Massaker' verantwortlich. Wer sonst? Dafür sprechen - angeblich - Hinweise auf Folterungen, manche waren gefesselt und die Tatsache, dass die Russen zur gleichen Zeit aus Butscha abzogen.

    Russland dementiert, spricht davon, dass kein einziger Zivilist in Butscha getötet worden sei, dass das ganze inszeniert sei, um Russland zu schaden.

    In der Tat gibt es einige Fragezeichen an der westlichen Version: warum wurden die Leichenfunde erst Samstag gemeldet, obwohl die Russen bereits am Mittwoch abgezogen sein sollen? Warum gibt es keine Videos oder Fotos von den Tötungen (es ist ja immer irgendwo jemand mit einem Handy zugegen). Wozu sollte ein von oben angeordnetes Massaker gut sein? Abschreckung? Ich weiß nicht, die Ukrainer sind so übermotiviert und enthusisastisch, das stachelt die höchstens noch auf. Und - na klar - es wird die Sanktionen verschärfen, Russland weiter medial schwächen, die letzten Zögerlichen ins Lager der Russland-muß-ruiniert-werden-Lager treiben.

    Allein von der Motivlage spricht viel mehr für eine Inszenierung, als für eine Tötung durch die Russen. Aber das bleibt alles offen, Spekulation.

    Ich möchte wirklich die Wahrheit erfahren, aber ich fürchte, dieser Wunsch wird unerfüllt bleiben.

  10. #85
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    In anderen Städten wurden ähnliche Gräueltaten (14 an der Zahl) bereits nachgewiesen...so gestern ein Vertreter von Human Rights Watch. Was den Vorfall in Butscha angeht, das haben die Untersuchungen bereits begonnen. Ich glaube schon, dass solche Taten von entmenschlichten Russen verübt wurden...aber entscheidend ist auch...ob diese auf eigene Faust...oder auf Befehl von ganz oben handelten.
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  11. #86
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    AW: Kriegstagebuch

    Ich neige auch dazu, dass es lokale Übergriffe und Exzesse von einzelnen Einheiten waren. Eine Anordnung von oben eher nicht. Und wenn, dann wird es keine Beweise dafür geben. Es werden sich aber über kurz oder lang Augenzeugen oder Beteiligte finden, die nicht dicht halten. Es ist natürlich Wasser auf die Mühlen der EUSA, jetzt haben sie den bösen Russen endgültig entlarvt. Es ist einfach zum Kotzen. Alles unnötig, überflüssig und am Ende nur Verlierer.

    Wie ich schon sagte: Putin hat sich verzockt. Da kommt er nicht mehr lebend raus.

  12. #87
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    AW: Kriegstagebuch

    Die Amerikaner wollen Satellitenbilder haben, wonach die Getöteten tagelang auf den Straßen herumlagen. Hm. Nun ja, das spricht nicht für die überlebenden Ukrainer in diesem Ort, die zwar eine Videobotschaft vom Abzug der Russen in die Welt versenden können, aber die Toten tagelang auf ihren Straßen herumliegen lassen. Es dürften dann ja wohl Angehörige von Leuten aus dem Ort gewesen sein. Wenn die Amis diese Aufnahmen haben, dann spräche das nicht für die Ukrainer in diesem Ort. Es spräche aber auch nicht für die russische Wiedergabe der Ereignisse.
    Die Amis sollen die Aufnahmen vorlegen, die Russen ihre Argumente vorbringen - und zwar öffentlich. Die Briten unterbinden das zur Zeit noch in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende vor der UNO.

  13. #88
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    Nicht jeder Zivilist ist im eigentlichen auch Zivilist. In den Medien sehen wir seit Wochen Bilder von Zivilsten, die teils gut bewaffnet auf die Russen lauern. Das rechtfertigt aber keine Gräueltaten...wie z.B. Vergewaltigungen. Ich glaube schon, dass das von oben angeordnet wurde...denn das wird viele Ukrainer dazu veranlassen ihre Dörfer lieber rechtzeitig zu verlassen...anstatt Widerstand zu leisten. Wenn es dann in den Häuserkampf geht...können die Russen umso entschiedener vorgehen...weil sie es dann "nur" noch mit ukrainischen Soldaten zu tun haben werden und nicht dafür verurteilt werden können...wenn sie mit ihren T-14, die anrollen...alles in Schutt und Asche legen

    Was mich an dieser Rhetorik stört...das ist das Gerede von einem Genozid...der da stattfinden soll. Das ist Quatsch...die Russen könnten ohne größeren Aufwand täglich mehrere 10TSD Ukrainer töten...wenn sie das wollten. Zudem widersprechen sich da die Journalisten und sogenannten Experten...weil die ja sagen, dass Putin das ukrainische Volk gar nicht anerkennt und die Bevölkerung als Russen betrachtet. Es wäre also ein Genozid am eigenen Volk...damit könnte er auch im eigenen Land anfangen...wenn das das Ziel sein sollte.
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  14. #89
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    AW: Kriegstagebuch

    Die Amerikaner haben die Medien auf ihrer Seite. Wenn man sich mal die Presseberichterstattung zum Irakkrieg ansieht:
    https://www.spiegel.de/politik/ausla...-a-243928.html
    Nach Angaben der US-Luftwaffe schlugen die Bomben nur zwölf Minuten nach dem Angriffsbefehl in das Restaurant ein. Offenbar sollte sichergestellt werden, dass nichts und niemand überlebte. Zwei 900 Kilogramm schwere Bomben des Typs GBU-31 bohrten sich metertief in die Erde, ehe sie explodierten. Sekunden später detonierten zwei weitere Bomben gleicher Größe unmittelbar nach ihrem Aufschlag. Wo zuvor das Restaurant stand, klaffte nach dem Angriff ein 18 Meter tiefer rauchender Krater.
    Das Pentagon gab sich zunächst optimistisch, Saddam getötet zu haben. Es sei bekannt, dass der Staatschef das Restaurant mehrfach besucht und es wegen seiner Lage in einem Wohnviertel für sicher gehalten habe.
    Da berichten die Amis mit einigem Stolz, dass sie Restaurants in Wohngebieten plattmachen und es kommen offenbar wenig Fragen auf, ob dieses Vorgehen ein Kriegsverbrechen sein könnte.
    Da haben die russischen Streitkräfte einen schwereren Stand.

  15. #90
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    AW: Kriegstagebuch

    Die von den USA angekündigten "Beweise" für die Greueltaten russischer Soldaten in Butscha erwiesen sich als unzureichend. Die "Beweise" stützen sich auf Allaufnahmen der Firma Maxar Technologies. Man erkennt auf diesen Aufnahmen so gut wie nichts. Das ist sehr erstaunlich, denn es ist technisch schon lange möglich, ein Nummernschild aus dem All zu erkennen. Auf den vorliegenden Aufnahmen sind schwarze, mehreckige Flächen (mutmaßlich Leichen, die dort schon lange vor dem Abzug der Russen herumgelegen haben sollen) auf einer sonst leeren Straße zu sehen, meist in der Nähe von anderen schwarzen kreisförmigen Punkten, von denen man vermutet, es seien Granatentrichter resp. -einschläge. Man vermutet. Der Bürgermeister von Butscha, der am 31. März ein Jubelvideo nach dem Abzug der Russen verbreiten ließ, sagte nichts von irgendwelchen Leichen auf seinen Straßen. Als ihn ein italienischer Journalist danach befragte, meinte er, er hätte wegen der vielen Trümmer keine Leichen sehen können. Dumm nur, für ihn und den Wert seiner Aussage, daß der Blick auf die Straße am 19. März, am 30. März und am 1. April frei war und es keine Trümmer gab, die den Blick in der Millionenmetropole Butscha hätten verstellen können.

    Für mich riecht das nach der gleichen Beweiskraft, die seinerzeit die USA im Irak glaubten anführen zu müssen. Massenvernichtungsmittel des Irak als Begründung für den Krieg gegen den Irak.

    Die Leichen sind evident. Es sieht für mich danach aus, daß aufgrund der weißen Armbinden der Leichen (Kennzeichen während der Besetzungszeit für Zusammenarbeit mit den Russen) ukrainische Franktireure hier kurzen Prozeß mit mutmaßlichen Kollaborateuren gemacht hätten, die nun den Russen in die Schuhe geschoben werden. Daß nun ausgerechnet ukrainische Spezialeinheiten die Aufklärung gewährleisten sollen, sich die Briten weigern, die Dinge vor ein internationales Gremium (z.B. Sicherheitsrat) bringen zu lassen, verstärkt meinen Verdacht noch einmal, daß hier unsauber gehandelt wird.
    Allerdings ist es ebenso möglich, daß hier Russen Greuel an Zivilisten begingen. Ich hoffe, wir werden irgendwann die wahrscheinliche Wahrheit erfahren.

  16. #91
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    AW: Kriegstagebuch

    Dass in einem Krieg Leichen gefunden werden, gehört wohl zu den unvermeidlichen Folgen eines Kriegs. Die Berichterstattung im Falle Butscha und anderen Leichenfunden ist im Westen und in für uns zugänglichen Quellen dubios und keinesfalls evident und verlässlich. Zudem ist sie stark von ukrainischen Interessen geprägt und alles andere als unabhängig. Wenn ich mir die Agitationsweisen der Klitschkos, von Leuten wie Melnyk und auch Selenski anschau, kommen mir Zweifel an deren Seriosität. Ich würde wirklich gerne erfahren, inwieweit die russische Armee die Linien des Kriegsrechts überschritten hat. Von Genozid zu reden ist jedenfalls vermessen, zynisch und völlig verfehlt.

  17. #92
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    AW: Kriegstagebuch

    Mein BK - also nicht meiner, aber der meines Landes - reist heute nach Moskau und trifft dort Putin. Was ihm prompt Kritik einbringt, weil damit Putin aufgewertet, salonfähig usw. gemacht würde. Das entlarvt seine Kritiker. Sie wollen gar keinen Dialog mit Moskau. Ihr Ziehl ist regime change, der militärische und wirtschaftlich Ruin Russlands. Vorher werden sie keine Ruhe geben. Nehammers Reise ist nur logisch und eines BK eines 'neutralen' Staates mehr als angemessen. Auch wenn sie wenig bis nichts erbringen wird, so ist sie ein Zeichen.

  18. #93
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    AW: Kriegstagebuch

    Es gibt noch Stimmen abseits des Mainstreams:
    https://www.welt.de/politik/deutschl...er-Waffen.html
    „Putin fällt nicht aus dem Rahmen“

    „Im Krieg werden Unschuldige getötet. So ist der Krieg. Das ist leider systemimmanent.“ Vad erinnerte an den Irakkrieg von 2003. In diesem Krieg und während der darauffolgenden Besetzung des Landes seien Hunderttausende von Zivilisten getötet worden. „Damit verglichen, fällt Putin nicht aus dem Rahmen. Hier muss man die Kirche im Dorf lassen – so erschütternd die Bilder auch sind.“
    Da werden ihm die Mainstreamer gleich Whataboutism vorwerfen.

  19. #94
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    AW: Kriegstagebuch

    Es entbehrt nicht einer gewissen Komik und auch nicht eines gerüttelt Maßes an Chuzpe, dass die Ukraine wissen lässt, dass ein Besuch des deutschen Bundespräsidenten in der Ukraine - gedacht als Zeichen der Soidarität mit Ukr - nicht erwünscht ist. Man mag zu Steinmeier stehen, wie man will - ich halte ihn für einen ausgemachten Apparatschik, Wetterhahn und Opportunisten, einen Phrasendrescher und zweifelhaften Wanderprediger - egal. Die Komik ist, dass Steinmeier um einen Auftritt gebracht wird, den er sich in seiner Eitelkeit und Selbstverliebtheit wohl sehr gewünscht hätte. Und zwar von denen, denen er so wortreich in den letzten Wochen Hilfe und Solidarität zugesichert hat. Die Chuzpe ist, dass jenes Land, das von ganz Europa - speziell Deutschland - durch großzügigste Aufnahme seiner Millionen Flüchtlinge unterstützt wird, das durch überbordende Waffenlieferungen unterstützt wird, die weder vertraglich noch moralisch gefordert werden können, das über Jahre lang vor der russischen Invasion jede Friedensbemühung sabotiert hat, das selbst jetzt gegenüber dem Westen fordernd, anklagend, beschuldigend, aggressiv und manipulativ auftritt - ich sag nur Melnyk -, den Besuch eines Staatsoberhaupts ablehnt - diplomatisch ein Affront -, das einem Land vorsteht, das in jeder Hinsicht der Ukr tatkräftig hilft.

    Soll man so ein Land in die EU aufnehmen, womöglich unter Dehnung und Beugung aller Beitrittskriterien und Zudrücken aller Hühneraugen? Ich würde es dieser EU wünschen. Ukr wäre Polen Nr. 2, nur noch dreister, noch korrupter und noch skrupelloser.

  20. #95
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    AW: Kriegstagebuch

    Die GRÜNEN und das ihnen angeschlossene offiziöse Mediengewirke von FAZ bis TAZ zündeln und erweisen sich als Kriegstreiber. Offensichtlich glauben diese Leute, um es positiv zu sagen, daß Säbelgerassel und das Androhen vom Atomkrieg den Krieg in der Ukraine beendete. Daß die Briten aggressiv gegen die Russen vorgehen, liegt auf der Hand. Die bekämpfen die Russen seit je und hielten die Füße nur still (in diesem Kampf), als sie uns als Kernmacht Europas ausschalten mußten. Die Atlantikbrücke steht auf bundesdeutscher Seite fest (Scholz, Baerbock, Habeck, Merz, Lucassen) und bereitet die BRD auf einen Kriegseinsatz gegen Rußland vor: medial, mental und "mutig". Widerlich!
    Der Ruf nach Angriffswaffen (euphemistisch als "schwere Waffen" beschrieben) für die Ukraine treibt uns unweigerlich in den dritten Weltkrieg.
    Da wünscht man sich einen schnellen Sieg der Russen (Vertreibung der Asow-Leute aus dem Donbaß und Eroberung der wichtigsten Hafenstädte; Odessa ist nicht nötig), damit dieses Szenarium sich erübrigt und wir möglichst schnell Frieden bekommen. Der nämlich erst wird erweisen, ob Putin tatsächlich die avisierten Kriegsziele verfolgt oder doch nur ein imperialistischer Kriegstereiber ist, als den ihn die Leitmedien darstellen.
    Ich befürchte, die Zündler wollen für diesen Fall des schnellen Sieges der Russen einen fortgesetzten Krieg im Hinterland und die weitere Fernbeschießung des Donbaß. Eben dafür wollen sie ja das schwere Gerät.

  21. #96
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    AW: Kriegstagebuch

    Unter den Druck...schwere Waffen liefern zu müssen...kommen wir nur deshalb, weil wir zu einem Embargo nicht bereit sind. Man könnte auch sagen; weil wir nicht riskieren wollen, dass wir Abstriche bei unserem Wohlstand machen müssen...entscheiden wir uns für die Waffen - und somit auch für die nächste Eskalationsstufe. Es gibt helle und dunkle Flecken...in der langen Geschichte unserer Nation - diese Tage werden die Historiker in der Nacherzählung der dunklen Seite zuschlagen müssen.
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  22. #97
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    AW: Kriegstagebuch

    RD Precht sagte letztens - wie ich finde wieder mal völlig korrekterweise - es gäbe nur einen Weg, das ganze schnell zu beenden: durch eine Kapitulation der Ukraine!

    das ist das, was ich selber mitgekriegt habe (mein Hirn erträgt es nicht mehr, derartige Sendungen zu konsumieren, selbst wenn interessante redner da sind). Das deckt sich aber such mit meiner philosophie: kapitulieren, die souveränität der VR donezk und luhansk (krim nicht zu vergessen) anerkennen und entmilitarisieren und sich va aus der NATO raushalten. Das dürften sicher auch die forderungen der russen sein.

    und schwupp, wäre der krieg vorbei ist das zu viel verlangt? Nöö, ich finde nicht

  23. #98
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    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    Unter den Druck...schwere Waffen liefern zu müssen...kommen wir nur deshalb, weil wir zu einem Embargo nicht bereit sind.
    Nein, das hieße, daß die deutsche Politik nicht anders könnte. Kann sie aber!
    1. eigene brachliegende Ressourcen nutzen (Braun- und Steinkohle);
    2. sich nicht von der Ukraine vorführen lassen, ergo den Botschafter ausweisen und sich als strikt neutral erklären, was bedeutet: NATO verlassen und statt dessen ein europäisches Sicherheitssystem aufbauen und
    3. sich einfach ans GG halten, was bedeutet, keine Waffen in irgendwelche Kriegsgebiete zu schicken.

    Tut mir nicht leid, daß diese Position manchem nicht gefällt, aber ich bin in manchen Sachen dogmatisch: Friedenspolitik ist integral, sonst kein Leben möglich. Wer zündelt, ist selber schuld, wenn es knallt. Man darf Putin mit seiner Entscheidung aber auch nicht durchkommen lassen. Aber das macht man nach dem Krieg und nicht während seiner Dauer.

    Apropos: Es gibt nicht wenige, die glauben, der Krieg würde noch ewig so weitergehen. Zwar seien die Russen auf dem Vormarsch, eroberten jeden Tag ein paar Kilometer. Auch gruppierten sie rechtzeitig ihre Kräfte um, um nun zu einem finalen Schlag auszuholen. Aber, im Ernst!, was kömmt danach? Mal angenommen, es gelänge, den Donbaß vollends zu "befreien", also sämtliche ukrainischen Soldaten zu vertreiben/töten. Was dann? Die USA verlören ihr Gesicht. Sie würden Milliarden in die Ukraine stopfen, die übriggebliebenen Ukrainer an neuen Waffensystemen ausbilden und eine Art von Guerilla-Krieg initiieren, den sie damit begründen könnten, daß die Russen ja von keinem territorialen Gewinn im Falle ihres Sieges gesprochen hätten. Dagegen hilft nur ein Bevölkerungsaustausch: alle Russen aus dem Westen der Ukraine in den Osten, alle Ukrainer im Osten in den Westen. Würde das helfen, künftige Kriege zu verhindern? Die Ukrainer sind keine Deutschen, die sich so etwas gefallen ließen. Man könnte die Russen in den baltischen Staaten auch umtopfen! Vielleicht würde das die Regierungen im Baltikum beruhigen.
    Fragen über Fragen.
    Kurzum, die Zeichen stehen auf einen längeren Krieg. Putin kann nicht Wort halten. Sein wichtigstes Argument lautet ja: Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Ukraine mich angegriffen hätte. Blödes Argument: hätte hätte.

  24. #99
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    AW: Kriegstagebuch

    Schön langsam wird's echt peinlich, wie unfähig sich die gesamte russische Armee- und Kriegsführung erweist. Wenn die nicht Atomwaffen hätten, wäre ihre ganze, große Militärmaschine nicht viel mehr wert, als die der Schweiz oder Österreichs.

    Abgesehen von den Verbrechen russischer Einheiten - egal, ob von oben angeordnet, erwünscht oder nicht -, von denen man wohl ausgehen muß, blamiert sich dieser russische Bär täglich auf dem Schlachtfeld. Heute haben die Ukrainer eines der modernsten russ. Kriegsschiffe demoliert. Fragt sich nur, was ist größer, die Planlosigkeit und Unfähigkeit der Armeeführung oder die Inkompetenz und Kampfunwilligkeit der Soldaten?

    Man kann wirklich nur hoffen, dass die Kontrolle über die Atomwaffen in besseren, kompetenteren und verantwortungsvolleren Händen ist, als die konventionelle Armee.

  25. #100
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
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    AW: Kriegstagebuch

    Nicht so voreilig...nur mal zur Relativierung:

    Die Armee der Ukraine ist die drittgrößte Armee Europas (nach Russland und Türkei) und so schlagkräftig wie all die Armee in West-und Südeuropa zusammen. Durch die andauernden Hilfegesuche der Ukraine entsteht da ein falscher Eindruck. Im Vergleich mit der Armee der Ukraine ist die Bundeswehr eine mit Klappmessern bewaffnete Pfadfindertruppe. Dass die Ukraine auch militärische Erfolge landet, das war sowieso zu erwarten.

    Ändert aber nichts daran, dass die Russen über 1,3 Millionen Soldaten verfügen können (Aktive/Reserve/Paramilitär) und alleine über 12TSD Panzer auf dem Hof stehen haben.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

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