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Thema: Kriegstagebuch

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  1. #1
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    Kriegstagebuch

    Wirr die Lage. Unabsehbar die Entwicklung, die dieser Krieg nehmen wird. Im Grunde sind wir längst Kriegsteilnehmer. Jetzt werden die Waffenlieferungen nach UKR ausgeweitet. Es liegt nun im Belieben Putins, wann er die Nato offiziell als Kriegspartei erklären wird. Je mehr er unter Druck kommt und je länger der Vorstoß in der UKR stockt und sich hinzieht, desto eher wird das passieren.


    Dieser Krieg offenbart ein uraltes Dilemma: Moral versus Pragmatismus. Moralisch können wir nicht zusehen, wie die Menschen in UKR leiden und sterben. Gleichzeitig bedeutet ein aktives Eingreifen an der Seite der UKR einen Krieg unabschätzbaren Ausmaßes an Zerstörung bis hin zum globalen Atominferno. Was also tun?


    Der Fehler der EUSA war, immer zwischen Moral, Gier, Geschäftemacherei und Natoerweiterung herumlaviert zu haben. Einer verlogenen Moral, einer durch und durch korrupten Krämerei, einem Hunger nach Rohstoffen und fossilen Energieträgern und der politischen Versuchung, RUS in die Knie zu zwingen, zu ruinieren, wie es Bärbock nannte.


    Russland ist unermeßlich an Fläche, an Rohstoffen, Bodenschätzen und unendlich wichtig in der Schachpartie China-USA. Wer RUS kontrolliert, sitzt direkt am längsten Schalthebel der (Welt)Macht. Ist es verrückt anzunehmen, es sei langfristig Strategie der USA, RUS solange zu schwächen, reizen, demütigen, in die Knie zu zwingen, bis ein system-change ähnlich dem 1989/90 quasi von selbst geschieht. Dann fällt RUS wie eine reife Frucht den EUSA in den Schoß. Kommt mir nicht so unplausibel vor.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Kriegstagebuch

    Ich sehe hier eine riesige Heuchelei der Gegner Putins. Seit etlichen Jahren bekriegen ukrainische Nationalisten unter dem Schutz der kiewer Regierung die Russen in der Ostukraine. Die Russen sprechen von 14000 Toten in den letzten Jahren. Auch wenn diese Zahl zu hoch sein sollte, so ändert das nichts an dem Tatbestand, daß hier in der Ukraine verbrecherisch gehandelt worden ist. Natürlich rechtfertigt das keinen KRIEG Rußlands gegen seinen Nachbarn. Das ist Kabinettspolitik und im 21. Jahrhundert schlichtweg nicht statthaft. Doch wir, damit meine ich uns Deutsche, sollten uns aus Kriegen heraushalten, aus Angriffskriegen und auch aus Verteidigungskriegen. Wir bieten humanitäre Hilfe an und helfen Geflüchteten. Aber wir schicken keine Waffen in Krisengebiete, auch nicht irgendwelchen Armeeschrott aus NVA-Beständen in schimmligen Kisten.
    Es gab in der BRD und anderen Staaten keinen Aufschrei der Entrüstung gegen die Politik der ukrainischen Regierung gegen Teile ihres eigenen Staatsvolks. Ein paar kritische journalistische Arbeiten in den gleichen Blättern, die heute den Krieg gegen Rußland mehr oder minder unverhohlen fordern.
    Und nun Sanktionen. Sie werden nichts Gutes bringen, jedenfalls nicht für uns hier. Sie könnten etwas Gutes bringen, wenn unsere linksgelbe Regierung es mit dem Umbau der deutschen Wirtschaft wirklich ernst meinen würde und wir statt fossiler Brennstoffe endlich mal Geld in die Entwicklung anderer Energiequellen stecken würden. Und damit meine ich nicht die Windräder und die Solarenergie. Autos müssen nicht mit Diesel oder Benzin fahren. Es gibt andere Energiequellen als AkWs... Ich hoffe, daß sich auf diesem Sektor endlich mal was tut. Ich kann Fracking nicht leiden. Ich will, daß sich Deutschland einerseits (potentiell) autark macht, in vielen Hinsichten, daß aber auch ein Verteidigungssystem entwickelt wird, das europaferne Mächte außen vor läßt. Rußland muß Teil unserer wirtschaftlich-militärischen Grundüberlegungen werden, ganz gleich, welche Gesellschaftsform in Rußland herrscht. Handel ist gut, wenn er beiden Seiten nützt und nicht nur einigen wenigen. Handel ist schlecht, wenn er Abhängigkeiten schafft und statuiert. Also Autarkie schon, aber auch Handel. Das ist kein Widerspruch. So was schafft Freiheit.
    Die Russen sind Europäer. Leute wie Dostojewski, Berdjajew oder Tschaikowski wachsen nicht auf den Bäumen. Wer's moderner möchte, der denke an Jewtuschenko oder Tarkowski.

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Kriegstagebuch

    Immer wenn Russland und Deutschland freundlich gesinnt waren, herrschte Frieden in Europa, wenn sie sich jedoch von machtgierigen Politikern in einen Konflikt ziehen ließen, gab es Krieg. Ich halte ein freundschaftliches Verhältnis zwischen unseren beiden Großmächten daher nicht nur für wichtig für den Frieden in Europa, sondern für Frieden auf der ganzen Welt.

    Deutschland sollte politisch ein neutrales Land sein, dass sich als Zünglein an der Waage zwischen der NATO und den BRICS-Staaten sehen und fallbezogen für Gerechtigkeit auf der Welt sorgen sollte. Das ist die Rolle der Deutschen in der Weltpolitik! Leider ist das heuer recht unbekannt. Wie sagte mein Freund Andreas Clauss (RIP) immer so schön? „Der Schlüssel zum Weltfrieden liegt in Deutschland begraben. Aber die Einzigen, die das nicht wissen, sind die Deutschen selber“

  4. #4
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    AW: Kriegstagebuch

    Ganz Europa sollte eine äquidistante Politik zw. USA, RUS und PRC betreiben, natürlich mit einer glaubhaften Verteidigungsfähigkeit. Frankreich wäre dabei und macht es uns vor, so gut es alleine geht. Die degenerierten Briten hängen an der Leine von Uncle Sam, die kann man vergessen. Und die maßgeblichen Politiker in der BRD sind seit Ende WK II nicht in der Lage eine eigenständige, von US-Interessen emanzipierte Politik auch nur zu denken. Scholz versucht zu lavieren, er bemüht sich wenigstens, nicht zu eskalieren, die Grünen sind aussenpolitische Geisterfahrer, völlig von allen guten Geistern verlassen, ahnungslos, moralgetrieben, unfähig. Der Rest Politiker in EU sind entweder rhetorische Scharfmacher (Dänen, Holländer), aus Sowjetzeiten Traumatisierte (PL, Balten, Finnen) oder inkompetent. Tragisch.

    Was jetzt läuft, ist schwer zu kontrollieren. Putin hätte man vllt. vor 10 Jahren noch erreicht, heute hat er sich in eine Gasse manövriert, aus der er nicht mehr rauskommt. Und das ist das Gefährliche an der Lage. Keiner hat einen Plan 2.


    ***

    Die deutsche Bürgerschaft ist, soweit ich das einigen Leserforen entnehmen kann, überwiegend manipuliert und programmiert im Sinne Nato, EUSA. Putin wird teils als Teufel, jedenfalls aber als Irrer oder irrationaler Zocker gesehen. Eine moralische Empörung, ein Furor selbstgewisser, dogmatischer Radikalität weht durch die Kommentare. Das gilt wohl nicht nur für die Deutschen, sondern wohl für weite Teile Europas. Das Diktum von Jean Michel, die europäischen Werte gälten 'universal', das ist das Verständnis der Mehrheit in Europa. Wobei kaum einer weiß, um welche Werte es sich konkret handle. Und die wenigsten auch nur im geringsten fähig und willens sind, zu verstehen, dass unsere 'Werte' eben nicht universal, sondern historisch gewachsen, verhandelt und mühsam errungen und regional sind. Moslems, Buddhisten, Hindus, Atheisten usw. haben andere Werte. Wenn wir unsere moralischen Imperialismus nicht aufgeben, führt er irgendwann automatisch zum Krieg. Der Krieg jetzt in UKR hat damit nichts zu tun, aber er stellt uns vor die Entscheidung, wie wir in Europa weiter machen wollen. Als Handlanger US-imperialer Interessen oder endlich aufgeklärte (mündige), selbstbestimmte Politik entwickeln.
    Geändert von eulenspiegel (06.03.22 um 16:39 Uhr)

  5. #5
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
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    AW: Kriegstagebuch

    Noch lehnt die Nato es ab...eine Luftbrücke einzurichten, aber der Druck wird von Tag zu Tag größer...weil wir immer schlimmere Bilder aus der Ukraine ins Wohnzimmer geliefert bekommen werden. Am Boden kommt Putin nicht weiter...also wird er die Frequenz der Luftschläge erhöhen...und das bedeutet sehr sehr viele Opfer unter der Zivilbevölkerung. Für die Nato wird es dann immer schwerer...sich aus Kampfhandlungen heraushalten zu wollen. Entscheiden werden das aber die Amis...und da kann man nur hoffen, dass der Biden standhaft bleibt. Der Westen macht mit seinen Waffenlieferungen einen 3.WK noch deutlich wahrscheinlicher als ohnehin schon.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  6. #6
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    AW: Kriegstagebuch

    Putin hat sich in eine Sackgasse manövriert, aus der ich keinen - für ihn akzeptabeln - Ausweg sehe. Die Moral der russischen Armee dürfte auf Null liegen. Die Moral der Ukrainer liegt bei 150%. Am Boden, im Häuserkampf, selbst mit seinen Panzern wird er die Ukraine nie erobern, geschweige denn halten können. Bleibt nur der totale Bombenkrieg aus der Luft. Da glaube, fürchte, hoffe - je nachdem - ich, dass das nicht lange gehen wird, ohne dass die Nato eingreifen wird. Und dann ist alles möglich. Putin ist ein ähnlich miserabler Stratege wie Hitler. Er hat sich total verschätzt. Und das kann noch böse ausgehen für uns in Europa. Ich hoffe, ich täusche mich.

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen
    Putin hat sich in eine Sackgasse manövriert, aus der ich keinen - für ihn akzeptabeln - Ausweg sehe. Die Moral der russischen Armee dürfte auf Null liegen. Die Moral der Ukrainer liegt bei 150%. Am Boden, im Häuserkampf, selbst mit seinen Panzern wird er die Ukraine nie erobern, geschweige denn halten können. Bleibt nur der totale Bombenkrieg aus der Luft. Da glaube, fürchte, hoffe - je nachdem - ich, dass das nicht lange gehen wird, ohne dass die Nato eingreifen wird. Und dann ist alles möglich. Putin ist ein ähnlich miserabler Stratege wie Hitler. Er hat sich total verschätzt. Und das kann noch böse ausgehen für uns in Europa. Ich hoffe, ich täusche mich.
    Mmmhhh, also so ein schlechter Stratege kann Hitler nicht gewesen sein, immerhin hat er mit einer Mini-Armee, die bedingt durch den Versailler Vertrag auf lediglich 130.000 Mann begrenzt war (die Wehrmacht wurde erst ab 1938, als Hitler einen Krieg für unausweichlich sah, deutlich aufgerüstet), fast ganz Europa erobert, und stand schon 7km vorm Kremel und hat Frankreich, an dem wir uns 20 Jahre zuvor die Zähne ausbissen, fast im Spaziergang eingenommen. Zwei Dinge haben der Wehrmacht damals das Genick gebrochen: zum einen der sibirische Winter im Osten, zum anderen der Kriegseintritt der USA im Westen. Ohne diese beiden Ereignisse hätte er wohl sein großdeutsches Reich erreicht

    Miserable Strategie sieht für mich jedenfalls anders aus.

    und so lange man Putins Pläne nicht kennt ist es müßig, das bewerten zu wollen. Ich gehe davon aus, dass er die NATO, ihre Truppen und Waffenlabore aus der Ukraine raushaben will und die Anerkennung der Republiken Donezk und Luhansk. Und dass die Ukraine aus der NATO raus bleibt. Ob das klappt wird sich zeigen, ich sehe es aber als recht wahrscheinlich an, da es der einzige Weg sein wird, den Krieg zu beenden.

    Und die Russen wissen, wofür sie kämpfen, nämlich für ihre Landsmänner in der Ostukraine. Also die Gefahr der fehlenden Motivation sehe ich nicht so ganz.

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Kriegstagebuch

    Ich sehe das anders. Ich glaube, der militärische Sieg ist Putin nicht zu nehmen. Nach etwa zehn Tagen steht er kurz vor der Eroberung Kiews. Ich erinnre daran, daß britisch-amerikanische Invasionstruppen drei Wochen brauchten, um bis nach Bagdad zu kommen. Das war eine Invasion. Sie hinterließen ein zerstörtes Land, eine Million Opfer kostete das damals. Tausende Amerikaner leiden noch heute unter den Folgen der Verwendung radioaktiver Waffen. Dagegen lesen sich die 400 zivilen Opfer des russischen Angriffs nicht mal wie eine Fußnote. Ich bezweifle nach wie vor, daß russische Soldaten auf Frauen und Kinder schießen. Spätere Zeiten werden das auflösen, wer hier was tat.
    Und damit wir uns hier richtig verstehen: Ich bin kein Freund des russischen Angriffs. Ich verurteile fast alle Angriffskriege. Aber lassen wir mal die Kirche im Dorf. Der Irak ist höchstens ein Dritteil so groß wie die Ukraine und hatte kaum weniger Soldaten. Die Russen sind da nicht mit einer Million Soldaten reingegangen, sondern mit vielleicht 100000 Mann. Für mich sieht das nicht nach Besetzung oder Invasion aus, sondern nach gezielten Schlägen. Man schaue sich mal die Länge der Front an.

  9. #9
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    AW: Kriegstagebuch

    Wie gesagt, ich bin kein Durchblicker, ich verfüge über keinerlei gesicherte Informationen über die Lage in der Ukraine, ich habe keine Ahnung, was auf Seiten der Kriegsparteien Rus, Ukr, Nato, EUSA an Kriegshandlungen läuft, ich weiß nur, was ich aus unseren Medien erfahre. Ich kann nicht in die Köpfe Putins, seiner Militärs, Bidens, der Geheimdienstleute usw. hineinschauen.

    Ich sehe das anders. Ich glaube, der militärische Sieg ist Putin nicht zu nehmen.
    Ich glaube, selbst wenn Putin die Ukr voll oder überwiegend besetzen kann, er wird sie auf Dauer nicht halten können. Ein endloser, zermürbender Partisanenkrieg wird die Folge sein. Der Westen wird die Freiheitskämpfer - oder wie immer sie genannt werden werden - mit Waffen und allem Nötigen beliefern. Die Ukrainer werden sich nie ergeben.

    Ich bezweifle nach wie vor, daß russische Soldaten auf Frauen und Kinder schießen. Spätere Zeiten werden das auflösen, wer hier was tat.
    Ich hoffe, du hast recht. Nur wenn es zum Bombenkrieg aus der Luft kommt, werden viele zivile Opfer unausweichlich bleiben. Wenn nur militärische Ziele anvisiert würden, wirde der Widerstand der Bevölkerung und der Partisanen ja nicht gebrochen werden können.

    Man wird sehen, mit wieviel Territorium der Ukr sich Putin zufrieden geben wird. Aber eines ist doch klar, Nato und EUSA werden sich nie mit weniger zufrieden geben, als dem Abzug der russ. Truppen. Und das wird Putin nie tun. Was also dann?

    Ich hoffe, ich irre, ich bin ja auch kein Politiker, sondern nur ein kleiner, uninformierter, desinformierter Wähler. Aber das Potential zum WK III hat diese Lage allemal.

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Kriegstagebuch

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    Ich glaube, der militärische Sieg ist Putin nicht zu nehmen. Nach etwa zehn Tagen steht er kurz vor der Eroberung Kiews. Ich erinnre daran, daß britisch-amerikanische Invasionstruppen drei Wochen brauchten, um bis nach Bagdad zu kommen.
    Die Russen hatten sich am Anfang massiv verspekuliert. Bombardierten nur wenig und gingen gleich mit leichtem Gerät zum Angriff über. Aber diese Truppen konnten sich nicht halten. Da haben die Russe unnötige Verluste erlitten.
    Die Amerikaner haben die irakischen Truppen erst mal aus der Luft zertrümmert, so dass sie beim Vormarsch ihrer Bodentruppen auf keinen nennenswerten Widerstand mehr trafen.
    Putin wird den Krieg dennoch gewinnen und danach wahrscheinlich Janukowitsch als neuen Ministerpräsidenten der Ukraine einsetzen.
    Die Frage wird sein, ob danach der Westen bereit ist seine Sanktionen zu lockern.

  11. #11
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    AW: Kriegstagebuch

    @Wirbel:

    Ich will mich eigentlich nicht über Hitler unterhalten. Der Krieg war schon im Winter 41/42 entschieden, in Stalingrad, da war es für Hitler vorbei. Ohne US-Hilfe, allein durch die taktische und materielle Überlegenheit der Russen. Was dann folgte, war eine mörderische, menschenverachtende, sein eigenes 'Volk' verschleißende Verschleppung der endgültigen Niederlage. Nicht das erste, aber das opferzahlenmäßig größte Kriegsverbrechen Hitlers.

    @streusalz

    Ich glaube, Putin kann diesen Krieg nicht gewinnen und der Westen würde die Sanktionen auich nicht aufheben, wenn Rus sich aus Ukr zurückziehen sollte. Die wollen Russland ruinieren (ist der Gans Bärbock so rausgerutscht). Vernünftig wäre ein sofortiger Waffenstillstand und Verhandlungen über den Status der Ostrepubliken (Autonomie, Anschluß an Rus), Ukr ( mil. Neutralität und EU-Beitritt, Nichtbeitritt Nato) und Krim. Das werden aber nach jetzigem Stand weder der 'Westen', noch Putin akzeptieren. Also wird sich Rus in der Ukr in einem ewigen asymmetrischen Partisanenkrieg aufreiben und der Westen die Sanktionen nicht zurücknehmen. Idiotie und Starrsinn statt Pragmatismus und Vernunft.

  12. #12
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Kriegstagebuch

    Habe eine reichsdeutsche Zeitung gefunden, die ein wenig ausgewogener über die russische Spezialaktion berichtet. Die JUNGE WELT. Ich will es gar nicht glauben. Diese Zeitung war zu DDR-Zeiten ein Kampforgan der FDJ (Freie Deutsche Jugend). Heute gibt sie sich pazifistisch-links. Mir gefällt das. Ein wenig. Pazifismus klingt nur gut, aber im Grunde lädt er ständig zum Krieg ein, weil Menschen nun mal Schwäche riechen und dann aggressiv werden. Aber gut. Der Kommentator dieses Beitrags glaubt, daß Putin politische Verbündete nach dem militärischen Sieg braucht. Wen?, natürlich die vielen Russen, die in der Ukraine leben. Aber offenbar werden die russischen Soldaten nicht allerorts als Befreier gefeiert. Das wundert mich nun gar nicht, denn es wird seine Gründe haben, warum diese Russen in der Ukraine leben und nicht in Rußland. Wichtig hinsichtlich der Botschaft besagten Artikels scheint mir auch zu sein, daß es ruhiger wird. Die unmittelbare Kriegsgefahr mit etlichen Drohgebärden bei NATO und den Russen ist vorbei. Man bastelt an der Folgesituation. Venezuela wird wieder salonfähig. Also die Amis kaufen dann dort ein, wir wohl auch. Wir dürfen dann ja. Das dürfte die Benzinpreise wieder sinken lassen.

    Leserzuschrift JW vom 4.3.22

    Wenn ich mir das Bild mit den vielen ukrainischen Fahnen und den Menschenmengen vor dem Brandenburger Tor anschaue, so stimmt mich das tieftraurig, weil es ein solches Bild acht Jahre lang nicht gab, als im Donbass von neonazistischen, ukrainischen Verbänden, die sich schamlos mit SS-Symbolen und Hakenkreuzflagge fotografieren lassen, Tausende von Zivilisten durch Beschuss der Wohngebiete ermordet wurden. Das wird auch jetzt, und zwar verstärkt, fortgesetzt. Was ist das für eine »Friedensbewegung«, die jetzt aus dem Winterschlaf erwacht und einseitig die Ukraine und damit diese Verbände unterstützt?
    Fred Buttkewitz, Ulan-Ude (Russland)
    Bild des Tages: Putin, beinahe allein zu Haus

    putin_allein.jpg

  13. #13
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    AW: Kriegstagebuch

    Dieser Tisch sagt mehr als alle Worte.

    Wenn es die Nato, EUSA, der 'Westen' ernst mit Frieden und friedlicher Koexistenz - ein vielgebrauchter Begriff im sog. Kalten Krieg, hört und liest man heute kaum noch - meinte, würde er Rus ein Angebot zu Lösung des Konflikts machen. Etwa Neutralisierung der Ukraine, Verhandlungen über die 'abtrünnigen' Provinzen und den Status der Krim. Da sehe ich nämlich durchaus legitime Ansprüche der Russen. Im Übrigen sollte man Wladimir klar machen, dass die Sanktionen restlos aufgehoben werden und künftige wirtschaftliche und politische Kooperation - incl. Einfrieren der Natoerweiterungen - auf der Agenda stehen.

    Ist genauso unrealistisch wie die Annahme des russ. Angebots vor der Invasion, das der 'Westen' in Bausch und Bogen abgelehnt hat. Kein guter Wille weit und breit.

  14. #14
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Kriegstagebuch

    Sag ich doch, dass es mit dem Winter 41/42 vorbei war
    Wobei von Überlegenheit der Russen keine Rede sein konnte. Zahlenmäßig ja, klar, aber das wars im Grunde auch schon.

    Anyway. Ob Putin den Krieg gewinnen kann hängt auch stark davon ab, wie man Sieg definiert. Also davon, was er überhaupt erreichen will.

  15. #15
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Kriegstagebuch

    Polen liefert MIGs an Ukraine - über Deutschland.
    https://www.welt.de/politik/article2...g-stellen.html
    Polen hat sich laut Mitteilung des Außenministeriums dazu entschieden, der Ukraine seinen gesamten Bestand an sowjetischen Jagdflugzeugen vom Typ MiG-29 zur Verfügung zu stellen. Demnach will Polen die Flugzeuge „unverzüglich und kostenlos“ abgeben – die Maschinen sollen an die US-Basis in Ramstein in Rheinland-Pfalz gehen, wo sie der US-Regierung übergeben werden.
    Die Maschinen werden also von Deutschland aus in die Ukraine geflogen werden. Damit verwickelt sich Deutschland weiter in den Krieg. Das könnte russische Vergeltungsmaßnahmen nach sich ziehen.

  16. #16
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    AW: Kriegstagebuch

    Das würden wir, Streusalz, wenn wir Rechte darüber hätten, den Amerikanern irgendetwas zu verbieten. Ramstein ist US-Stützpunkt in Deutschland. Auch wenn wir es wollten, dürften wir den Amis nichts verbieten, was damit zu tun hat. Ramstein ist quasi amerikanisches Gebiet in der BRD.
    Ich frage mich etwas ganz anderes. Die Russen haben sämtliche Militärflugplätze in der Ukraine zerstört oder besetzt. Wo sollen die Dinger hingeliefert werden? Und wenn sie von einem NATO-Stützpunkt aus starten (Rumänien?), warum fliegen die Polen die Dinger dann nicht gleich dorthin?

  17. #17
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
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    AW: Kriegstagebuch

    Die Amis haben da schon ihr Veto eingelegt...eben aus dem bereits genannten Grund, dass Putin das Angriff der Nato werten würde.
    Ich wüsste auch nicht, was das bringen sollte. Es ist offensichtlich, dass die Ukraine alles versucht...um die Nato in diesen Krieg mit hinein zu ziehen.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  18. #18
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Kriegstagebuch

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    Die Amis haben da schon ihr Veto eingelegt...eben aus dem bereits genannten Grund, dass Putin das Angriff der Nato werten würde.
    Die USA versuchten doch die Polen zur Lieferung der MIGs zu drängen.
    https://m.tagesspiegel.de/politik/mo.../28135670.html
    US-Außenminister Antony Blinken will Polen dazu bewegen, die Ukraine mit Kampfflugzeugen sowjetischer Bauart auszustatten. Warschau hatte zuvor Berichten widersprochen, die das Geschäft bereits als besiegelt ansahen: „Polen wird seine Kampfjets nicht in die Ukraine schicken und auch nicht erlauben, seine Flughäfen zu nutzen."
    Das was die Amis am gegenwärtigen Vorschlag stört, ist, dass sie jetzt selbst liefern sollen. Die wollen das von anderen Ländern erledigen lassen.

  19. #19
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Kriegstagebuch

    …nachdem die NATO die Ukraine in diesen Krieg hineingezogen hat.

    (um den Satz mal zu beenden)

  20. #20
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    AW: Kriegstagebuch

    In Rußland gibt es eine Kriegszieldiskussion. (Das kennen wir.)

    Mindestforderungen:
    - entmilitarisierte Zone
    - keine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine auf absehbare Zeit
    - (internationale) Anerkennung der Krim als Bestandteil Rußlands
    - Anerkennung des Autonomiestatus der russischen Separatistenrepubliken

    erstellt von "Front rückt vor"

    Militäreinheiten der »Volksrepublik Donezk« (VRD) setzen offenbar ihren Vormarsch auf die eingeschlossene Industriestadt Mariupol am Asowschen Meer fort. Das russische Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag morgen mit, sie hätten inzwischen das östlich des Stadtzentrums und östlich des Flusses Kalmius gelegene Stahlwerk »Asowstal« des Oligarchen Rinat Achmetow erreicht. Eine Besetzung sei wegen der Gefahr der Verminung des Geländes vorerst nicht erfolgt. Der Militärsprecher der VRD, Eduard Bassurin, sagte im russischen Fernsehen an die Adresse der ukrainischen Verteidiger, sie hätten keine Rückzugsmöglichkeiten mehr als das Meer, und forderte sie auf, sich zu ergeben. Russland wies im übrigen die Vorwürfe wegen des Artillerieangriffs auf eine Kinderklinik in Mariupol zurück. Das Gebäude sei schon vor längerer Zeit zu einem Stützpunkt des »Rechten Sektors« ausgebaut worden und habe keinen medizinischen Zwecken mehr gedient. Russlands UN-Mission habe dies schon Anfang dieser Woche öffentlich mitgeteilt und den Besetzern damit die Gelegenheit zum Abzug gegeben. Diese sei nicht genutzt worden. Von ukrainischer Seite veröffentlichte Bilder des Geländes zeigen jedoch durchaus medizinische Einrichtungsgegenstände und Frauen, die von Helfern aus dem Gebäude geführt wurden.

  21. #21
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    AW: Kriegstagebuch

    Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit ..... ja, ja, wissen wir eh .....

    Aber, ich traue keiner der beiden Seiten, beide betreiben natürlich Propaganda, ich kann nicht unterscheiden, was zutrifft und was nicht.

    Die Ukraine und Selenski dürften aber bei der Propaganda sehr talentiert sein und sind den Russen hier deutlich überlegen.

    Unsere Politik hingegen scheint noch immer in Schockstarre, ideenlos, reflexhaft, problem- statt lösungsorientiert.

    100 Mrd. für die BW - mindestens 50 Mrd. davon gehen in die Taschen von Profiteuren, aber 50 Mrd. für Rüstung ist immer noch zuviel. Vorallem, wenn man keinen Plan hat. Eigentlich braucht es gar nix. Weil die BRD und der Rest Europas ohnehin nur verlängerte Werkbank der US-Denktankstellen sind.

  22. #22
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    Es gibt 2 Möglichkeiten, erstens die Ukr kapituliert und bietet dem Putin Verhandlungen über die Zukunft der Ukr an. Zweitens Selenski spielt weiter den Helden und es sterben, flüchten und werden verletzt noch viele Tausende Menschen. Nach zweitens könnte drittens die Nato wird in den Krieg hineingezogen werden. Alle diese Möglichkeiten sind wenig geil, aber die erste wäre doch die Klügste. Meine ich halt. Dann würde sich auch zeigen, wie ernst es Putin mit seinen Vorschlägen einer selbständigen, Nato-freien Ukr meint.

    Aber ich fürchte, die meisten Ukrainer sind für die Option des Heldentods.

  23. #23
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen
    Es gibt 2 Möglichkeiten, erstens die Ukr kapituliert und bietet dem Putin Verhandlungen über die Zukunft der Ukr an. Zweitens Selenski spielt weiter den Helden und es sterben, flüchten und werden verletzt noch viele Tausende Menschen. Nach zweitens könnte drittens die Nato wird in den Krieg hineingezogen werden. Alle diese Möglichkeiten sind wenig geil, aber die erste wäre doch die Klügste. Meine ich halt. Dann würde sich auch zeigen, wie ernst es Putin mit seinen Vorschlägen einer selbständigen, Nato-freien Ukr meint.

    Aber ich fürchte, die meisten Ukrainer sind für die Option des Heldentods.
    ja das steht zu befürchten. Viele menschen riskieren lieber, den krieg und alles andere zu verlieren, bevor sie einem gegner eine gewonnene schlacht gönnen

  24. #24
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    AW: Kriegstagebuch

    Der ukrainische Aussenminister macht angeblich Druck auf Europa und wirft uns vor, Putins Regime durch unsere Energieimporte finanziert und gestützt zu haben. Abgesehen von den übrigen Vorwürfen aus Ukr, die den Westen unter moralischen und politischen Druck setzen sollen, doch der Ukr militärisch zu Hilfe zu kommen, ist das eine veritable Dreistigkeit! Wer hat denn jahrzehntelang von den Gasimporten profitiert, indem man satte Durchleitungsgebühren kassierte und Gas für Ukr abzweigte?

    Es ist wirklich nur noch irre. Und die Eruopäer sind wie erstarrt. Kaum eine vernünftige Wortmeldung und schon gar keine Handlungen ausser Reflexen = Erhöhung der Rüstungsausgaben, noch mehr Sanktionen. 1914 lässt grüßen.

  25. #25
    Ist durch nichts wegzugraulen Avatar von anderedimension
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    Ich hatte hier...vielleicht vor 5 bis Jahren...mal geschrieben, dass eine Kommission...die sich mit der Gefahr eines Atomkrieges befasst...zu dem Ergebnis kam, dass es innerhalb der nächsten 20 Jahre garantiert zu einem Atomkrieg...sprich 3.WK käme. Wir befinden uns also mitten in diesem Zeitfenster. Wenn es nicht heute...im Streit um die Ukraine passiert, dann eben morgen...wenn die Chinesen in Taiwan einmarschieren. Der Mensch ist quasi schon so gut wie Geschichte. Es paar Tierarten werden überleben und eine neue Geschichte schreiben. Unseren Planeten gibt es schon so lange - wir sind da nur eine Randerscheinung. Von wegen Krönung der Schöpfung.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

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